Wie läuft eine professionelle Ernährungsberatung ab?

Eine professionelle Ernährungsberatung bzw. -therapie folgt einem bestimmten Ablauf, der die Patient:innen bei der Umstellung ihrer Ernährung bestmöglich unterstützen soll. Dabei sind einige Unterschiede zwischen einer Ernährungsberatung und einer Ernährungstherapie zu beachten.

Autor:in: Redaktion Ernährungstherapie.net

Veröffentlicht:

Kategorie: Organisation & Ablauf

5 Min. Lesezeit
Eine Beraterin ist mit einer Patientin/Klientin im Gespräch. Beraterin und Patientin/Klientin sitzen sich dabei gegenüber.

Was ist der Unterschied zwischen einer Ernährungsberatung und einer Ernährungstherapie?

Grundsätzlich verfolgen die Ernährungsberatung und die Ernährungstherapie dasselbe Ziel: Die Patient:innen sollen dabei unterstützt werden, durch eine systematische Ernährungsumstellung zu einer ausgewogenen, nährstoffreichen Ernährungsweise zu finden. Denn mit dem Wissen über ein gesundes Essverhalten und die richtige Lebensmittelauswahl lassen sich das Wohlbefinden und die Lebensqualität nachhaltig steigern.

Die Begriffe „Ernährungsberatung“ und „Ernährungstherapie“ werden deshalb oft synonym genutzt. Allerdings gibt es Unterschiede in der Ausrichtung und der Zielgruppe.

Eine Ernährungsberatung richtet sich in erster Linie an gesunde Menschen, die Ihre Ernährungsgewohnheiten verbessern und Krankheiten vorbeugen möchten.

Eine Ernährungstherapie eignet sich für (chronisch) kranke Menschen, die mit einer Ernährungsumstellung einen positiveren Krankheitsverlauf erzielen können. Oft werden dadurch Symptome gelindert und der Medikamentenbedarf verringert.

Unterschied zwischen Ernährungsberatung und Ernährungstherapie

Ernährungberatung

Ernährungstherapie

Zielgruppe:

Gesunde Menschen und Menschen in besonderen Lebensphasen

(chronisch) kranke Menschen mit ernährungsmitbedingten oder von der Ernährung beeinflussten Krankheiten

Ziel:

Prävention von Krankheiten, Übergewicht und Mangel- oder Fehlernährung

Symptome lindern, Krankheitsverlauf positiv beeinflussen, Lebensqualität verbessern, Medikamente reduzieren

Voraussetzung:

keine

Symptome lindern, Krankheitsverlauf positiv beeinflussen, Lebensqualität verbessern, Medikamente reduzieren

Wer bietet professionelle Ernährungsberatung und -therapie an?

Diätassistent:innen
Ökotropholog:innen mit Zusatzqualifikation
Ernährungswissenschaftler:innen mit Zusatzqualifikation
Ärzt:innen mit Zusatzausbildung

Diätassistent:innen
Ökotropholog:innen mit Zusatzqualifikation
Ernährungswissenschaftler:innen mit Zusatzqualifikation
Ärzt:innen mit Zusatzausbildung

Für wen ist eine Ernährungsberatung sinnvoll?

Eine Ernährungsberatung eignet sich für gesunde Menschen, die ihre Gesundheit fördern möchten, wie beispielsweise:

  • Menschen mit ungesunden Essgewohnheiten
  • Menschen mit einem Risiko für ernährungsmitbedingte Krankheiten (z. B. Diabetes), Übergewicht oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Menschen mit einem Interesse an bestimmten Ernährungsweisen (z. B. vegan) oder Diäten (z. B. Paleo-Diät, ketogene Ernährung)
  • Menschen in Lebensphasen mit erhöhtem Nährstoffbedarf, wie Schwangere / Stillende, Leistungssportler:innen, Kinder, Senior:innen, Frauen in den Wechseljahren

Für wen ist eine Ernährungstherapie sinnvoll?

Eine Ernährungstherapie richtet sich an Menschen mit (chronischen) Krankheiten, die durch die Ernährung positiv beeinflusst werden können, wie beispielsweise:

  • Adipositas
  • Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien
  • Untergewicht und Essstörungen
  • Magen- und Darmerkrankungen
  • Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Beschwerden an Knochen, Gelenken und Bewegungsapparat
  • Hauterkrankungen
  • Krebs- und Tumorerkrankungen
  • Organerkrankungen
Eine ältere Frau blickt nachdenklich as dem Fenster und hält eine Tasse in der rechten Hand.

Wie läuft eine professionelle Ernährungsberatung bzw. -therapie ab?

Die Ernährungsberatung und die Ernährungstherapie folgen einem ähnlichen Ablauf – auch bei unterschiedlicher Zielsetzung. Im Fokus steht die genaue Betrachtung Ihrer Beschwerden, Lebensumstände, Erwartungen, Gewohnheiten und Fortschritte. Durch eine beidseitig offene Kommunikation können so schnell positive Ergebnisse erzielt werden.

Vorgespräch

In einem kurzen Vorgespräch können sich die Beraterin / der Berater und die Patientin / der Patient einander vorstellen. Ziel ist es für beide, einen groben Überblick über die Gründe und den Ablauf der Beratung zu erhalten. Oftmals erhalten die Patient:innen schon vorab eine Vorlage für ein Ernährungsprotokoll und gegebenenfalls Fragebögen zur (gesundheitlichen) Vorgeschichte – das erleichtert die folgende Anamnese und Analyse.

Erstgespräch mit Anamnese

Im ersten Gespräch tauschen sich die Berater:innen und Patient:innen intensiv über die Erwartungen an die Ernährungsumstellung aus. Auf dieser Basis können gemeinsam therapeutische Ziele gesetzt und eine Strategie entwickelt werden.
Um die Beratung bzw. Therapie bestmöglich an die jeweiligen Bedürfnisse anzupassen, nehmen die Expert:innen die genauen Daten Ihrer Patient:innen auf. Darunter fallen:

  • Derzeitiger Gesundheitszustand, bekannte Diagnosen und Vorerkrankungen, Risikofaktoren
  • Blutwerte bzw. Laborbefunde, derzeitige Medikamente
  • Körperzusammensetzung (Fett- und Muskelmasse)
  • Gewicht, Alter, Größe
  • Allergien und Unverträglichkeiten

Anschließend wird das ausgefüllte Ernährungsprotokoll detailliert besprochen, um einen Einblick in die Essgewohnheiten und das Essverhalten der Patientin / des Patienten zu bekommen. So soll in Zusammenarbeit die Ursache des Ernährungsproblems gefunden werden, um die nächsten Schritte systematisch planen zu können.

Junge FRau mit Übergewicht sitzt vor einem Laptop.

Planung der Intervention

In diesem Schritt arbeiten die Berater:innen allein, um eine genaue Ernährungsdiagnose zu erstellen. Sie werten das Anamnesegespräch genau aus und planen passende Interventionen, mit denen die besprochenen Ziele Schritt für Schritt erreicht werden können.
Dafür werden der individuelle Energie- und Nährstoffbedarf berechnet sowie bestimmte (krankheitsbedingte) Bedürfnisse bzw. Symptome berücksichtigt. Auch der Alltag und die Ressourcen der Patient:innen sind dabei entscheidende Faktoren.
So entsteht eine Strategie, die es den Patient:innen ermöglicht, ihr Essverhalten dauerhaft zu verändern, Risikofaktoren zu minimieren und ihren Gesundheitszustand zu verbessern. Um das zu erreichen, sollen Patient:innen einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln erlernen.
In manchen Fällen ist außerdem ein bestimmtes Vorgehen nötig: So wird beispielsweise bei Unverträglichkeiten ein Plan aufgestellt, mit dem die individuelle Verträglichkeitsgrenze herausgefunden werden kann.

Folgegespräche

In den Folgegesprächen geht es darum, ob und wie es gelingt, die Interventionen umzusetzen. Die Patient:innen erhalten dafür unterschiedliche Hilfestellungen, die sie dabei unterstützen. Gegenstand der Gespräche sind beispielsweise:

  • Die richtige Lebensmittelauswahl: Welche Lebensmittel sind problematisch, welche sind geeignet?
  • Eine gesunde Mahlzeitenstruktur: Wie werden Mahlzeiten am besten zusammengesetzt, was sind gute Portionsgrößen und wie wird Regelmäßigkeit erzielt?
  • Erfolgreiche Umsetzung: Was sind geeignete Alternativen und Variationen?
  • Praktische Kompetenzen: Tipps zum Einkaufen, Rezepte und Kochkurse, Vermittlung von Fachwissen zu beliebten Lebensmitteln der Patient:innen

Ziel ist es, neue Essgewohnheiten zu etablieren, Ernährungswissen zu vermitteln und eine optimale Nährstoffversorgung sicherzustellen. Wichtig ist dabei, dass das neue Essverhalten in den Alltag der Patient:innen passt und deren Wohlbefinden steigert. Die Berater:innen achten deshalb auf bestimmte, vordefinierte Hinweise, die zeigen sollen, ob die Ursache für das Ernährungsproblem behoben wurde. Wenn dies nicht gelingt, wird die Strategie auch noch einmal angepasst.

Abschlussgespräch

In einem Abschlussgespräch werden die Fortschritte und Ergebnisse der Ernährungsberatung analysiert und festgehalten. Außerdem soll sichergestellt werden, dass die Patient:innen die neue Ernährungsweise zukünftig selbstständig, mit einem besseren Gefühl und Verständnis für ihren Körper, weiterführen können. Auch die Angst vor Rückfällen soll durch das gemeinsame Entwickeln von Rückfallstrategien gemindert werden.

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Eine ältere Frau ist in der Küche, hält eine Tasse in ihren Händen, lacht und lässt ihren Blick nach draußen schweifen.