Herzinsuffizienz: Einteilung, Ursache und Therapie

Die Herzinsuffizienz wird in verschiedene Formen eingeteilt und kann auf vielfältige Ursachen zurückgehen. Eine individuelle Therapie ist bei Herzinsuffizienz unumgänglich, um die Lebenserwartung zu erhöhen.

Autor:in: Elisabeth Fox (B.A. Ernährungsberatung, DGE- und VFED-zertifiziert)

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Eine ältere Frau steht in der Küche, hält in einer Hand ein Glas Wasser und in der anderen eine Tablette/Kapsel.

Was ist eine Herzinsuffizienz?

Eine Herzinsuffizienz oder Herzschwäche ist eine Erkrankung, bei der das Herz nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Dies führt zu einer Unterversorgung von Organen, Muskeln und Geweben mit Sauerstoff und Nährstoffen, was wiederum zu unterschiedlichen Beschwerden führen kann.

Wie häufig kommt Herzinsuffizienz vor?

Herzinsuffizienz gehört in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. Laut aktuellen Studien sind in Deutschland etwa 2-3 % der Bevölkerung von Herzinsuffizienz betroffen, was 1,8 – 2,7 Millionen Menschen entspricht.
Dabei steigt die Inzidenz ab einem Alter von etwa 50 Jahren kontinuierlich an.

Die höchste Prävalenz von Herzinsuffizienz ist bei den über 75-Jährigen zu verzeichnen, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. (1,2,3)

Ein älterer Mann und eine ältere Frau sitzen gemeinsam am Esstisch, essen und schauen auf ein Smartphone.

Welche Formen der Herzinsuffizienz gibt es?

Eine Herzinsuffizienz wird in der Regel nach der betroffenen Seite des Herzens sowie nach der Art der Funktionsstörung eingeteilt. In Bezug auf die betroffene Seite gibt es die linksseitige und rechtsseitige Herzinsuffizienz, während die Art der Funktionsstörung entweder als systolische oder diastolische Herzinsuffizienz bezeichnet wird.

Einteilung der Herzinsuffizienz: links und rechts

Die linksseitige Herzinsuffizienz tritt auf, wenn die linke Herzkammer nicht mehr in der Lage ist, das Blut ausreichend in den Körper zu pumpen. Dadurch kann sich das Blut im linken Vorhof und der Lunge stauen, was zu Atemnot und Husten führt.

Die rechtsseitige Herzinsuffizienz hingegen entsteht, wenn die rechte Herzkammer nicht mehr in der Lage ist, das Blut ausreichend in die Lunge zu pumpen. Dadurch kann sich das Blut in den Venen stauen, was zu Ödemen in Beinen und Füßen führen kann.

Art der Herzinsuffizienz: systolisch und diastolisch

In Bezug auf die Art der Funktionsstörung kann eine Herzinsuffizienz entweder systolisch oder diastolisch sein. Eine systolische Herzinsuffizienz tritt auf, wenn die linke oder rechte Herzkammer nicht mehr stark genug ist, um das Blut effektiv auszupumpen.

Bei einer diastolischen Herzinsuffizienz hingegen ist die linke oder rechte Herzkammer steif und kann sich nicht ausreichend mit Blut füllen.

Eine linksseitige Herzinsuffizienz kann sowohl systolisch als auch diastolisch sein.

Eine rechtsseitige Herzinsuffizienz tritt hingegen meist als Folge einer linksseitigen Herzinsuffizienz auf.

Akute Herzinsuffizienz

Es gibt auch eine akute Herzinsuffizienz, die plötzlich auftritt und schnell behandelt werden muss. Diese kann beispielsweise durch einen Herzinfarkt, eine akute Lungenembolie oder eine schwere Herzklappenfehlfunktion verursacht werden.

Was sind die Ursachen einer Herzinsuffizienz?

Eine Herzinsuffizienz kann verschiedene Ursachen haben, wobei die koronare Herzkrankheit am häufigsten ist. Eine Herzinsuffizienz ist allerdings fast immer das Ergebnis von Vorerkrankungen des Herzens, die das Herz schwächen und seine Pumpfunktion beeinträchtigen.

Diese Vorerkrankungen können entweder angeboren sein oder im Laufe des Lebens erworben werden. Dazu zählen unter anderem Erkrankungen der Herzkranzgefäße wie die koronare Herzkrankheit, Herzklappenerkrankungen oder Entzündungen des Herzmuskels.

Bedeutende Risikofaktoren aber auch Begleiterkrankungen einer Herzinsuffizienz sind Bluthochdruck, Hypercholesterinämie, Diabetes mellitus und Adipositas. Als weitere Begleiterkrankungen können unter anderem Herzrhythmusstörungen, Anämie (Blutarmut) und Niereninsuffizienz auftreten. (1,3)

Umgang mit Herzinsuffizienz: Steigern Sie Ihre Lebensqualität!

Je nach Schweregrad setzt sich die Behandlung der Herzinsuffizienz aus mehreren Optionen zusammen. Eine gesunde Ernährung trägt maßgeblich zu einem langsameren Krankheitsverlauf und einem besseren Wohlbefinden im Alltag bei. Eine Ernährungstherapie ist deshalb ein wichtiger Faktor für Ihren Umgang mit der Herzinsuffizienz!

Frau steht in der Küche und stellt sich einen Salat aus frischem Gemüse zusammen.

Welche Symptome können bei einer Herzinsuffizienz auftreten?

Die Symptome einer Herzinsuffizienz hängen von der Schwere der Erkrankung ab und können je nach Ausprägung variieren. Im Allgemeinen können jedoch folgende Symptome auftreten:

  • Atemnot: eine erschwerte Atmung, die insbesondere bei körperlicher Belastung oder in der Nacht auftreten kann
  • Husten: häufiger und anhaltender Husten, manchmal mit weißem oder rosa Schaum
  • Müdigkeit: eine allgemeine Erschöpfung und Müdigkeit, die auch bei geringer körperlicher Anstrengung auftreten kann
  • Wassereinlagerungen: Schwellungen in den Beinen, Knöcheln, Füßen oder Bauch aufgrund von Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme)
  • schneller oder unregelmäßiger Herzschlag
  • vermehrtes Schwitzen
  • Schwindel oder Ohnmachtsanfälle

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten können. Wenn jedoch mehrere dieser Symptome gleichzeitig auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um eine mögliche Herzinsuffizienz abzuklären.

Eine junge Ärztin ist mit einer Patientin im Gespräch und macht dabei Notizen.

Wie wird eine Herzinsuffizienz festgestellt?

Eine genaue Diagnose der Herzinsuffizienz erfolgt durch verschiedene Untersuchungen wie EKG oder Ultraschall.

Mit der Ultraschalluntersuchung kann festgestellt werden, ob der Herzmuskel verdickt, die Herzkammern vergrößert oder die Herzklappen defekt sind.

Das Belastungs-EKG zeigt an, wie stark die Pumpleistung des Herzens eingeschränkt ist und wie weit die Herzschwäche fortgeschritten ist. Das EKG-Ergebnis kann auch Hinweise auf eine koronare Herzkrankheit oder einen unentdeckten Herzinfarkt geben.

Welche Möglichkeiten zur Therapie gibt es bei einer Herzinsuffizienz?

Es gibt verschiedene Therapieoptionen für Menschen mit Herzinsuffizienz, die je nach Ursache, Schweregrad und Begleiterkrankungen individuell angepasst werden. Im Vordergrund der Therapie stehen dabei die Behandlung der Grunderkrankung sowie die Linderung der Beschwerden.

Behandlung der Herzinsuffizienz mit Medikamenten

In der medikamentösen Behandlung werden Medikamente wie ACE-Hemmer, Beta-Blocker und Diuretika eingesetzt, um die Symptome zu lindern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen.

Behandlung der Herzinsuffizienz durch OP

Zur Stabilisierung der Herzfrequenz und des Rhythmus können Geräte wie Herzschrittmacher und implantierbare Defibrillatoren erforderlich sein.

Als weitere Optionen bei schweren Fällen können chirurgische Eingriffe wie Herzklappenkorrekturen aber auch Herztransplantationen erwogen werden.

Therapie durch an einen an die Herzinsuffizienz angepassten Lebensstil

Lebensstiländerungen wie eine gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und der Verzicht auf Rauchen und Alkohol können dazu beitragen, das Fortschreiten der Herzinsuffizienz zu verlangsamen und die Lebensqualität zu verbessern.

Älterer Mann beim Gruppensport im Park dehnt sich

Quellen:

  1. Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz – Langfassung, 3. Auflage. Version 3. 2019. DOI: 10.6101/AZQ/000482. URL: www.leitlinien.de/herzinsuffizienz
  2. Deutsche Herzstiftung (Hrsg.), Deutscher Herzbericht 2020, Frankfurt a. M. 2021. URL: https://herzstiftung.de/system/files/2022-09/DHB21-Herzbericht-2021.pdf
  3. Holstiege, J. et al. Prävalenz der Herzinsuffizienz – bundesweite Trends, regionale Variationen und häufige Komorbiditäten. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 18/09. Berlin 2018. DOI: 10.20364/VA-18.09. URL: https://www.versorgungsatlas.de/themen/alle-analysen-nach-datum-sortiert/?tab=6&uid=97