Fettleber: Stadien, Symptome und Ursache

Die nichtalkoholische Fettleber ist in Deutschland weit verbreitet und tritt in drei Stadien auf. Die Ursache der Fettleber liegt überwiegend in unserer Ernährungsweise. Bei klassischen Symptomen lohnt sich eine Untersuchung, um die Behandlung frühzeitig einleiten zu können.

Autor:in: Hanna Kinalzik

Veröffentlicht: Zuletzt aktualisiert:

Kategorie: Fettleber, Organerkrankungen

5 Min. Lesezeit
Junger Mann mit Übergewicht sitzt auf der Bettkante und hat eine Hand an seinem Nacken. Er hat Nackenschmerzen.

Was ist eine Fettleber?

Die Leber liegt im rechten Oberbauch des Körpers und ist eines unserer wichtigsten und größten Stoffwechselorgane. Sie fungiert als eine Art Müllverwertungsanlage, indem sie Stoffe aus dem Blut filtert, umbaut, ausscheidet oder anderen Körperzellen wieder als Nährstoff oder Energie zuführt. Sie ist also maßgeblich an der Verdauung, der Gewinnung von Nährstoffen aus unserer Nahrung sowie an der Ausscheidung von Stoffwechselprodukten beteiligt.

Durch Überernährung, vor allem durch Kohlenhydrate wie Zucker und gleichzeitigem Mangel an Bewegung, lagert die Leber verstärkt Fett ein, wodurch, je nach Grad der Verfettung, die Funktion der Leber beeinträchtigt wird. Diese Erkrankung des Organs wird als nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) bezeichnet.

Einer Fettleber können allerdings auch andere Ursachen zu Grunde liegen, wie etwa (hereditäre) Fettstoffwechselerkrankungen, Toxine, Diabetes sowie Alkohol- und Medikamentenmissbrauch. Bei letzterem spricht man von einer alkoholischen Fettleber, bzw. Leberzirrhose (AFLD), auf die hier nicht weiter eingegangen wird.

Welche Stadien der Fettleber gibt es?

Stadien der Fettleber

Phase I

Phase II

Phase III

Fettleber
NAFLD (Non Alcoholic Fatty Liver Desease)

Leberentzündung
NASH (Non Alcoholic Steato Hepatits)

Leberzirrhose

verstärkte Einlagerung von Fett (> 50% der Leberzellen haben Fett eingelagert)

die Fettleber zeigt entzündliche Reaktionen

die entzündete Leber bildet vermehrt Bindegewebe, dieses vernarbt und wird nicht mehr ausreichend durchblutet

Volumenvergrößerung der Leber

Unterscheidung in Grad 0-4

Keine Entzündungen

Entzündungsreaktionen

Entzündungen und Vernarbungen

Relativ harmlos, da reversibel

Es besteht akuter Handlungsbedarf

Akuter, irreversibler Zustand,
Leberkarzinomrisiko steigt

Drei Frauen in Sportoutfits lachen gemeinsam un sind fröhlich.

Wie viele Menschen haben eine Fettleber?

In Deutschland ist die nicht alkoholische Fettleber gegenwärtig die häufigste Lebererkrankung. Man geht davon aus, dass ca. 25 – 30 % der erwachsenen Deutschen eine Fettleber gebildet haben, bei Diabetikern und stark übergewichtigen Menschen sind es bis zu 80 %.

Besonders alarmierend ist, dass auch jedes dritte übergewichtige Kind an einer Fettleber leidet. In Deutschland ist jedes sechste Kind mittlerweile übergewichtig, jedes sechzehnte adipös.

Aber auch bis zu 15 % der schlanken und normalgewichtige Menschen haben eine Fettleber. Diese Personen bezeichnet man in Fachkreisen als TOFI (Thin Outside Fat Inside), da deren Körperstatur auf den ersten Blick nicht auf eine Verfettung des Organs hinweist.

Was sind die Ursachen einer Fettleber?

Ursache für die Erkrankung an einer nichtalkoholischen Fettleber ist fast ausschließlich der Lebensstil. Die klassische „Westliche Ernährungsform“ mit einem hohen Anteil an Kohlenhydraten, darunter raffiniertem Haushaltszucker und Fructose sowie Fetten, Fertigprodukten und Zusatzstoffen, ist maßgeblich für eine Verfettung der Leber verantwortlich. Zusätzlich erhöhen mangelnde Bewegung und eine zu geringe Zufuhr von Gemüse und Ballaststoffen ebenfalls das Risiko, an einer nichtalkoholischen Fettleber zu erkranken.

Wieso ist gerade der Zucker Ursache für eine Fettleber?

Kohlenhydrate (Überbegriff für Zucker) stecken z.B. in Süß- und Backwaren, aber auch in (Weiß-)Brot, Nudeln, Kartoffeln, Reis und Obst. Problematisch sind vor allem der raffinierte Zucker und große Mengen an Fructose (und damit ist nicht an erster Stelle der Fruchtzucker aus Obst, sondern die in Getränken, Süß- und Backwaren beigemischte Fruktose (Fructose-Sirup) gemeint).

Nach dem Verzehr solcher Produkte muss der aufgenommene Zucker im Körper gespeichert und weiterverarbeitet werden. Dies passiert überwiegend in der Muskulatur, die aus dem Zucker unter anderem zum Beispiel Energiebausteine bilden kann. Sind jedoch die Speicher dort schon von der vorangegangenen kohlenhydratreichen Mahlzeit gefüllt, bzw. wurden sie nicht durch Sport oder Anstrengung geleert, verbleibt der Zucker in der Blutbahn und wandert zur Leber, die ihn aufnimmt und in sich als Fett einlagert.

An diesem Punkt beginnt ein teuflischer Kreislauf: Zucker wird im Übermaß über die Nahrung zugeführt, die Muskulatur kann ihn nicht mehr aufnehmen da sie schon voll ist, die Leber verfettet stetig und beginnt ab einem gewissen Punkt zu streiken, indem sie immer weniger Zucker aus dem Blut aufnimmt. Der Zucker verbleibt also im Blut – die Folge sind erhöhte Blutzuckerwerte, man spricht von einer Insulinresistenz oder Prädiabetes, die sich zu einem Diabetes mellitus Typ II auswachsen kann.

Auch das Herz-Kreislaufsystem kann Schaden nehmen, denn die Fettanlagerung findet nicht nur in den Leberzellen statt, sondern kann auch weitere Organe wie das Herz, Arterien und die Bauchspeicheldrüse betreffen.

Drei Gläser mit unterschiedlichen Säften shen auf einem Tisch. Daneben liegt etwas Obst.

Welche Symptome hat man bei einer Fettleber?

„Die Leber leidet stumm“, das heißt, dass das Organ von sich aus keine Schmerzen aussenden kann. Allerdings gibt es einige klassische Symptome, die auf eine Fettlebererkrankung hinweisen:

  • Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Mattheit
  • Konzentrationsschwäche
  • Appetitlosigkeit
  • Völlegefühl & Übelkeit
  • Gewichtszunahme, vor allem im Bauchbereich
  • Gewichtsreduktion fällt zunehmend schwer und bleibt weitestgehend erfolglos
  • Druck im rechten Oberbauch, Unvermögen mit den Fingerkuppen unter den rechten Rippenbogen zu greifen

Umgang mit einer Fettleber: Fettleber rechtzeitig heilen

In den ersten beiden Stadien kann sich eine Fettleber noch zurückbilden. Ein entscheidender Faktor dafür ist die Anpassung der Ernährung. In einer professionellen Ernährungstherapie lernen Sie, wie Sie sich gesund und ausgewogen ernähren, um Ihre Leber zu entlasten. Das verbessert nicht nur Ihre Heilungschancen, sondern auch Ihr allgemeines Wohlbefinden!

Junge Frau mit Übergewicht sitzt auf dem Sofa und lacht.

Wie wird eine Fettleber erkannt?

Bildgebende Diagnostik, wie z.B. der Ultraschall oder MRT sind neben einer Biopsie relativ aufwändige und kostspielige Möglichkeiten, Fetteinlagerungen in der Leber zu erkennen.

Sich ausschließlich auf die Blutwerte zu verlassen, ist aber bei der nichtalkoholischen Fettleber leider zu kurz gedacht. Denn entgleiste Blutwerte, wie zu hohe Blutfettwerte oder Blutzuckerwerte, treten in der Regel erst dann auf, wenn die Leberverfettung schon stark fortgeschritten ist oder sich Entzündungen gebildet haben.

Daher ist die Berechnung des Fettleber-Index (FLI), der die Wahrscheinlichkeit einer Leberverfettung angibt, der einfachste und effektivste Weg, eine Fettleber zu erkennen. Dafür werden zwei Blutwerte, der Leberwert Gamma-GT und die Triglyceride mit dem BMI und dem Bauchumfang in Zusammenhang gesetzt.

Quellen:

  • Adipositaschirurgie und Therapie metabolischer Erkrankungen (aerzteblatt.de) https://www.aerzteblatt.de/archiv/201856/Adipositaschirurgie-und-Therapie-metabolischer-Erkrankungen
  • Nichtalkoholische Fettlebererkrankung (aerzteblatt.de) https://www.aerzteblatt.de/archiv/160842/Nichtalkoholische-Fettlebererkrankung
  • AWMF Leitlinienregister Leitlinie Nichtalkoholische Fettlebererkrankungen https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/021-025.html
  • Fettleber (deutsche-leberstiftung.de)
    https://www.deutsche-leberstiftung.de/presse/pressemappe/lebererkrankungen/fettleber/
  • Elmadfa/Leitzmann, Ernährung des Menschen
  • Fettleber – DocCheck Flexikon
    https://flexikon.doccheck.com/de/Fettleber
  • Dr. Gabriel Geurtzen, Dr. Petra Renner-Weber: Ambulante Ernährungstherapie vor und nach Adipositaschirurgie
  • Leberfasten
    www.leberfasten.com
  • Fettleber: Ursachen, Symptome und richtige Ernährung | NDR.de – Ratgeber – Gesundheit https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Fettleber-Ursachen-Symptome-und-richtige-Ernaehrung,fettleber102.html

Wissen: Ratgeberbeiträge von Hanna Kinalzik

  • Fettleber mit der richtigen Ernährung heilen

    Eine nichtalkoholische Fettleber kann wieder geheilt werden, wenn sie frühzeitig erkannt und behandelt wird. Entscheidend für die Heilung ist eine leberfreundliche Ernährung, um Verfettungen abzubauen und den Stoffwechsel zu aktivieren.