Periorale Dermatitis: Ursache und Behandlungsmethoden

Eine periorale Dermatitis ist eine entzündliche Hauterkrankung, die hauptsächlich im Gesicht auftritt. Unabhängig von der Ursache lässt sich die Periorale Dermatitis mit verschiedenen Methoden erfolgreich behandeln. Dabei wird die Heilung gefördert und weitere Ausbrüche werden vorgebeugt.

Autor:in: Anja Thiede

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Kategorie: Dermatitis, Hauterkrankungen

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Junge Frau steht am Fenster, ist Müsli aus einer Schale und wirkt nachdenklich.

Was ist eine Periorale Dermatitis?

Die periorale Dermatitis ist eine nicht ansteckende, entzündliche Hauterkrankung. Sie wird auch ‘Mundrose’ genannt, weil sie im Gesicht meist um den Mund herum (perioral), selten auch am Hals auftritt.

Betroffen sind hauptsächlich weibliche Patientinnen vom Jugendalter bis ca. 50 Jahren, aber auch Kinder können bereits daran erkranken.

Die periorale Dermatitis ist nicht gefährlich, sie wird von den Betroffenen aber aufgrund des sichtbaren Ausschlags als sehr belastend empfunden.

Wie häufig tritt die Periorale Dermatitis auf?

Die Häufigkeit des Auftretens dieser Hauterkrankung ist nicht zuverlässig zu bestimmen, da Betroffene nur zum Teil therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Geschätzt wird, dass etwa sechs Prozent aller Frauen und 0,3 % der Männer daran erkranken mit zunehmender Tendenz in den letzten Jahren.

Drei Frauen in Sportoutfits lachen gemeinsam un sind fröhlich.

So können Sie die Periorale Dermatitis im Gesicht erkennen

Typischerweise zeigt sich die Periorale Dermatitis im Gesicht in Form eines unebenen Ausschlags mit geröteten Pusteln und Pickelchen, manchmal auch Bläschen und Schuppungen um den Mund herum, wobei die Lippen durch einen schmalen Saum ohne Hautveränderungen ausgespart bleiben. Seltener treten die Symptome der Perioralen Dermatitis auch zwischen den Augenbrauen, in der Kinnregion, an den Ober- und Unterlidern, an der Stirn oder den Wangen auf.

Die betroffenen Hautpartien im Gesicht sind meist gerötet, können brennen, jucken oder ein unangenehmes Spannungsgefühl entwickeln. Die Symptome können sich unter Sonneneinstrahlung oder künstlichem UV-Licht, bei mechanischer Reizung und hormonellen Schwankungen verschlechtern.

Eine junge Frau hält sich den Bauch vor Schmerzen und hält ein Glas Milch in ihrer Hand.

Was ist die Ursache einer Perioralen Dermatitis?

Die genaue Ursache für die Entstehung einer Perioralen Dermatitis ist nicht vollends bekannt, meist ist sie jedoch die Folge einer übermäßigen Pflege der Haut, gepaart mit für die Hautgesundheit ungünstigen Ernährungsgewohnheiten.

Viele Betroffene leiden generell unter einer besonders empfindlichen Haut und auch eine Disposition zu allergischen Erkrankungen ist aus Studien bekannt.

 

Wie wird die Periorale Dermatitis diagnostiziert?

Die Diagnose der Perioralen Dermatitis wird anhand des Erscheinungsbildes wie oben beschrieben gestellt. Mittels eines Schweregrad-Index (PODSI = peri-oral dermatitis severity index) werden die Krankheitssymptome Hautrötung, Papeln und Schuppung in drei Graden bewertet.

Bei der Diagnose werden andere Hauterkrankungen, wie z.B. Akne, Rosazea oder Kontaktallergien, die ähnliche Hautveränderungen hervorrufen, ausgeschlossen.

Umgang mit Perioraler Dermatitis: Hautentzündungen nachhaltig heilen

Eine Periorale Dermatitis kann durch eine Kombination unterschiedlicher Behandlungen abklingen. Eine Ernährungstherapie hilft dabei, die Entzündungen zu hemmen und die Heilung der Haut zu unterstützen. So verbessern Sie Ihr Hautbild und damit Ihr Wohlbefinden in absehbarer Zeit.

Ein junger Mann bereitet Essen in der Küche zu. Neben ihm steht ein Glas Rotwein. Er schaut auf sein Smartphone.

Wirksame Methoden zur Behandlung der Perioralen Dermatitis

Eine Periorale Dermatitis lässt sich in der Regel gut behandeln, so dass der Hautauschlag vollständig abheilt. Sie erfordert von den Betroffenen Geduld und Disziplin, da sich eine Besserung meist erst im Verlauf von einigen Wochen einstellt. Die Behandlung der Perioralen Dermatitis erfolgt unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und sollte möglichst ganzheitlich sein.

Die Nulltherapie bei Perioraler Dermatitis (Dermatologische Therapie)

Die Haut kann auf bestimmte Inhaltsstoffe von Pflegeprodukten empfindlich reagieren oder überfordert sein. Durch ein Zuviel an Reinigung und Pflege können Hautprobleme entstehen. Eine zu häufige und scharfe Reinigung kann zudem die natürliche Hautschutzbarriere schädigen und den pH-Wert der Haut in ein ungünstiges Milieu verschieben. Beide Faktoren bedeuten eine ideale Brutstätte für Bakterien, die die Entstehung einer Perioralen Dermatitis begünstigen.

Bei der Nulltherapie für Periorale Dermatitis werden mögliche auslösende äußere Faktoren vermieden. Die Haut bekommt eine Ruhepause, um sich wieder regenerieren zu können. Dies bedeutet einen kompletten Verzicht auf die gewohnten pflegenden und kosmetischen Produkte sowie Makeup. Es kann zunächst zu einer Erstverschlimmerung kommen, doch nach und nach regeneriert sich die Haut.

Behandlung der Perioralen Dermatitis mit lokalen Cremes oder Antibiotika

Je nach Ausprägung und Schweregrad der Perioralen Dermatitis wird ggf. vom Arzt/von der Ärztin eine lokal aufgetragene Salbe (meist Antibiotika) und selten, nur bei therapieresistentem Verlauf, ein oral einzunehmendes Antibiotikum verschrieben.

Wirksame Hausmittel für Periorale Dermatitis

Die folgenden Anwendungen haben sich bei Perioraler Dermatitis bewährt, um die Haut zu beruhigen, unangenehme Spannungsgefühle zu mildern und die Heilung zu fördern:

  • Schwarztee-Umschläge: Schwarztee besitzt eine entzündungshemmende und beruhigende Wirkung auf die Periorale Dermatitis
  • Heilerdemasken: Heilerde wirkt entzündungshemmend und kann den Heilungsprozess unterstützen
  • Kamillendampfbad: Kamille wirkt antibakteriell und regenerationsfördernd
  • Zinksalbe: Salbe mit Zinkoxid kann bei Hautirritationen aller Art heilungsfördernd sein

Ernährungstherapie bei Perioraler Dermatitis

Eine gesunde Ernährung gilt in der Ernährungsmedizin als wichtiger Faktor für die Hautgesundheit. Mit den passenden Ernährungsempfehlungen können Sie Entzündungen hemmen und die Heilung der Perioralen Dermatitis fördern

Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch mit mehreren Bildschirmen und hat ein Headset auf. Sie kommuniziert mit ihrem Gegenüber.

Quellen:

  • Einfluss der Ernährung bei entzündlichen Gesichtsdermatosen
    https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/ddg.14683_g
  • https://www.navigator-medizin.de/krankheiten/periorale-dermatitis.html
  • Andreas Wollenberg A et al. Leitlinie Periorale Dermatitis. JDDG; onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1610-0387.2010.07329.x
  • www.dermasence.de
  • www.deutsche-apotheker-zeitung.de
  • www.msdmanuals.com/de-de/profi/erkrankungen-der-haut/akne-und-verwandte-erkrankungen/periorale-dermatitis#v14460122_de
  • Michalsen, Andreas (Hg.), Mit Ernährung Heilen, Insel Verlag Berlin, 2019
  • https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die-ernaehrungsdocs/entzuendungshemmer104.pdf
  • www.tk.de

Wissen: Ratgeberbeiträge von Anja Thiede

  • Periorale Dermatitis durch Ernährung heilen

    Eine antientzündliche Ernährung hat eine große Bedeutung für die Behandlung und Vorbeugung von Perioraler Dermatitis. Die gezielte Zufuhr der richtigen Lebensmittel und der Verzicht auf potentielle Auslöser fördert die Heilung der Haut und verschafft Betroffenen somit Linderung.