Neurodermitis: Symptome, Ursachen und Behandlung

Neurodermitis ist eine Hauterkrankung mit entzündlichen, juckenden Hautstellen, welche in Schüben auftritt. Die Ursachen und Symptome von Neurodermitis lassen sich mit verschiedenen Ansätzen behandeln.

Autor:in: Lea Sprügel

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Kategorie: Hauterkrankungen, Neurodermitis

3 Min. Lesezeit
Eine Frau krazt sich am Arm.

Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis (atopisches Ekzem, endogene Dermatitis) ist eine der häufigsten chronisch-entzündlichen, mit Juckreiz begleiteten Hauterkrankungen. Die nicht ansteckende Erkrankung tritt häufig im Säuglings- und Kindesalter auf, verläuft in Schüben und klingt im Laufe der Jahre ab, so dass Erwachsene eher selten davon betroffen sind.

Ca. 15 % aller Kinder und Jugendlichen leiden in Deutschland unter einer Neurodermitis.

Die Ursachen von Neurodermitis

Wie entsteht Neurodermitis?

Die genaue Ursache für die Entwicklung von Neurodermitis ist noch unklar. Es wird ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren gesehen, wie eine gestörte Barrierefunktion der Haut und die genetisch bedingte Neigung des Immunsystems überschießend auf harmlose Umweltreize zu reagieren.

Neurodermitis tritt oft familiär gehäuft auf. Ist ein Elternteil oder sind beide Elternteile davon betroffen, kann ein Kind mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 % auch daran erkranken. Allerdings muss eine Veranlagung allein noch nicht krank machen. Erst wenn zusätzlich ungünstige Umwelteinflüsse dazu kommen, kann die Erkrankung ausbrechen.

Was sind die Ursachen und Auslöser für Neurodermitis?

Als Einflussfaktoren für Neurodermitis zählen zum Beispiel:

  • Faktoren, die die Haut austrocknen wie z.B. häufiges Waschen
  • Häufiger Kontakt mit Reinigungsmitteln, Duft- oder Konservierungsstoffen in Kosmetika
  • Klimafaktoren wie extreme Kälte, Trockenheit oder Schwüle
  • Umweltgifte wie Ozon, Abgase oder Tabakrauch
  • Psychische Belastung, Stress

Die Symptome von Neurodermitis:

Wie erkenne ich Neurodermitis?

Das Erscheinungsbild kann sehr vielseitig sein. Zu den typischen Symptomen von Neurodermitis gehören:

  • Allgemein trockene Haut mit geröteten, entzündeten Stellen (Ekzeme), die meist sehr stark jucken
  • Knötchen und Pusteln
  • Flächenhafte Verdickung und Vergröberung der Haut

An den betroffenen Hautstellen können sich Infektionen mit der Bakterienart Staphylococcus aureus entwickeln, was sich in einer stark geröteten, nässenden Haut und gelblichen Krusten äußert. Eine Behandlung mit Antibiotika ist dann notwendig, wenn sich die Infektion ausbreitet.

Auch Herpes-Viren können sich auf der entzündeten Haut leichter ausbreiten. Breitet sich die Herpes-Infektion auf weitere Hautstellen aus, sollte schnell ärztliche Hilfe geholt werden.

Wann und wo treten die Symptome von Neurodermitis auf?

Je nach Lebensalter unterscheiden sich die typischen Stellen, an denen die Entzündungen am häufigsten erscheinen. Während bei den Säuglingen und Kleinkindern meist der Kopf, Rumpf und die Streckseiten der Arme sowie Beine betroffen sind, kommt eine Neurodermitis bei Kindern vor allem in den Beugen von Armen und Beinen vor. Im Erwachsenenalter zeigt sich das Ekzem zusätzlich häufig an Kopf, Hals und Schultern.

Aufgrund des hohen Leidensdrucks wirkt sich eine Neurodermitis negativ auf zahlreiche Lebensbereiche aus und mindert die Lebensqualität. Da es zu weiteren sekundären Folgekomplikationen wie zusätzlichen Infektionen oder einer stark erhöhten Häufigkeit von allergischem Schnupfen und Asthma kommen kann, ist eine umfassende Behandlung äußerst wichtig.

Eine ältere Frau blickt nachdenklich as dem Fenster und hält eine Tasse in der rechten Hand.

Wie wird die Diagnose Neurodermitis gestellt?

Eine ärztliche Diagnose wird dann gestellt, wenn ein stark juckender Ausschlag über Monate besteht oder immer wiederkehrt. Dabei müssen die Symptome an den alterstypischen Körperstellen auftreten. Andere mögliche Erkrankungen wie eine Schuppenflechte werden ausgeschlossen.

Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit einer sogenannten seborrhoischen Dermatitis, vor allem bei Säuglingen, die jedoch daran erkennbar ist, dass die Haut kaum juckt und innerhalb einiger Wochen bis Monate von selbst abheilt.

Wirksame Behandlung: Was hilft bei Neurodermitis?

  • Basispflege: durch rückfettende und feuchtigkeitsbindende Pflegemittel wird die Haut vor dem Austrocknen bewahrt. Die Creme soll mindestens zweimal am Tag aufgetragen werden und so den Juckreiz lindern und die Haut vor Keimen und Reizstoffen schützen
  • Vermeidungsstrategien (Karenzen): Faktoren, die als Auslöser für einen Krankheitsschub erkannt wurden, sollten gemieden werden
  • Kortisonsalben (Glukokortikoide): sollten nur bei akuten, schweren Schüben verwendet werden. Zu Beginn täglich und dann nur noch an zwei Tagen die Woche zusätzlich zu der Basispflege.
  • Stressreduktion bzw. Üben von Entspannungstechniken
  • ausreichend Bewegung an der frischen Luft
  • Ernährungstherapie: Mit der richtigen Ernährung kann das Immunsystem gestärkt und Entzündungen entgegengewirkt werden. So kann die Ernährung auch einen Neurodermitisschub abschwächen und den Juckreiz mindern.

 

Umgang mit Neurodermitis: Unterstützen Sie die Heilung Ihrer Haut!

Eine individuell an Sie angepasste Ernährung kann Sie vor erneuten Schüben schützen, aber auch die Heilung der betroffenen Hautstellen vorantreiben und Symptome reduzieren. In einer Ernährungstherapie lernen Sie, wie eine antientzündliche Ernährung funktioniert – auch in Ihrem Alltag! Eine Verbesserung der Hautkrankheit tritt meist schon nach wenigen Sitzungen ein.

Quellen:

  • https://www.neurodermitis.net/home/
  • https://www.neurodermitis-bund.de/wissen.html
  • https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/haut-und-geschlechtskrankheiten/neurodermitis-2021368

Wissen: Ratgeberbeiträge von Lea Sprügel

  • Die richtige Ernährung bei Neurodermitis

    Mit der richtigen Ernährung bei Neurodermitis können Sie Symptome lindern und erneute Schübe abmildern oder sogar vermeiden. Dafür ist es wichtig zu wissen, welches Essen für Neurodermitis-Patient:innen geeignet ist.