Therapie bei Fructoseintoleranz: Weniger Beschwerden!

Symptome im Alltag können vermieden werden. Mit einer Ernährungsberatung erreichen Sie schon nach wenigen Terminen eine deutliche Verbesserung.

Junge Frau sitzt auf Sofa und lächelt zufrieden.

Was Sie bei Fructoseintoleranz (nicht) essen dürfen

Bei einer Fructoseintoleranz bzw. Fructosemalabsorption ist die Aufnahme von Fructose (Fruchtzucker) in den Dünndarm gestört. Um beschwerdefrei leben zu können, sollten Betroffene wissen, was sie bei einer Fructoseintoleranz essen können und worauf sie lieber verzichten sollten. Zu Beginn ist eine systematische Anpassung der Ernährung an die Fructoseintoleranz wichtig.

Autor:in: Stephanie Hartlieb

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Junge Frau sitzt auf der Küchenarbeitsfläche und hält einen Apfel in der Hand. Neben ihr liegt Gemüse. Sie liest in einem Kochbuch.

Wie sieht die richtige Ernährung bei Fructoseintoleranz aus?

Die Ernährung bei Fructoseintoleranz sollte so umgestellt werden, dass eine Beschwerdefreiheit sowie die Regeneration des Darms erreicht wird.

Das kurzfristige Ziel der Ernährungstherapie ist, bei nahezu fructosefreier Ernährung beschwerdefrei zu leben. Langfristig hingegen soll sich die Ernährung bedarfsgerecht entwickeln und eine eigene Toleranzschwelle an Fructose identifiziert werden, um die Lebensqualität zu verbessern.

Junge Frau mit Übergewicht sitzt auf dem Sofa und lacht.

Die Umstellung der Ernährung bei Fructoseintoleranz in drei Phasen

Um den Darm zu beruhigen und die eigene Verträglichkeitsgrenze herauszufinden, sollten Sie Ihre Ernährung in drei Schritten langsam umstellen. Damit diese Therapie gelingt, ist es wichtig zu wissen, was Sie bei der Anpassung an die Fructoseintoleranz essen dürfen und was nicht.

1. Karenzphase: Was Sie bei Fructoseintoleranz nun nicht essen sollten

Für zwei Wochen wird weitestgehend auf Fructose und Zuckeralkohole verzichtet. Es sollten nur Lebensmittel aus der dunkelgrün und hellgrün gekennzeichneten Spalte verzehrt werden. Auch auf blähende Lebensmittel sollte verzichtet werden. Diese Phase dient dazu, den Darm zu beruhigen und Fäulnisbakterien zurückzudrängen. Zusätzlich hilft es herauszubekommen, ob noch weitere Unverträglichkeiten vorliegen.

Liste verträglicher und unverträglicher Lebensmittel bei Fructoseintoleranz

Der Lebensmitteltabelle für Fructoseintoleranz können Sie entnehmen, welche Fructosemenge die Lebensmittel enthalten.

Diese Form der Ernährung bedeutet eine möglichst geringe Zufuhr von Fructose (5-10 g Fructose/Tag). Da diese vor allem in Obst und Gemüse enthalten ist, sollten Lebensmittel aus dem dunkelgrünen und hellegrünen Bereich bevorzugt werden.

Tabelle zum Download

Fruktosegehalt in Lebensmitteln

Sehr geringer Fructosegehalt

Niedriger Fructosegehalt

Mittlerer Fructosegehalt

Hoher Fructosegehalt

Aprikosen

Bohnen, grün

Artischocken

Ananas

Auberginen

Honigmelonen

Bananen

Apfel

Avocados

Karotten

Brombeeren

Apfel, getrocknet

Blumenkohl

Kürbis

Cola-Getränk

Apfelgelee

Brokkoli

Lauch

Erdbeeren

Apfelmus

Champignons

Mandarinen

Granatapfel

Apfelsaft

Erbsen, frisch

Paprika

Grapefruits

Aprikosen, getrocknet

Fenchel

Pfirsiche

Grapefruitsaft

Birnen

Grünkohl

Zwiebeln

Heidelbeeren

Brombeerkonfitüre

Gurken

Sauerkirschen

Himbeeren

Erdbeerkonfitüre

Kopfsalat

Blaubeeren

Himbeersaft

Feigen, getrocknet

Limetten

Oliven

Johannisbeeren

Himbeerkonfitüre

Mais

Kirschen, sauer

Honig

Radieschen

Kirschen, süß

Kirschkonfitüre

Rosenkohl

Kiwis

Orangenkonfitüre

Rotwein, leicht

Mangos

Pfirsiche, getrocknet

Spinat

Nektarinen

Pflaumen, getrocknet

Mangold

Orangen

Quittengelee

Vollbier

Orangensaft

Rosinen

Weißwein

Papaya

Traubensaft

Weizenbier

Pflaumen

Weintrauben

Zitronensaft

Sauerkirschsaft

Tomaten

Rhabarber

Wassermelonen

Tomatensaft

Zucchini

Sellerie

Soja

Weiterführende Ernährungsliste für Fruktoseintoleranz (Karenzphase)

Naturbelassene Produkte

Produkte wie Wasser, nicht zu frisches Brot/Brötchen und sämtliche Getreidearten, Milchprodukte (naturbelassen), Käse, Reisgebäck, Kartoffeln sind ebenfalls unproblematisch. Weiterhin sollte bei Fleisch und Fisch darauf geachtet werden, dass diese nicht paniert oder mariniert sind.

Zuckerarten

In anderen zusammengesetzten Produkten sollte auf die Zuckeralkohole und Zuckerarten geachtet werden.

Folgende Zuckeralkohole sind unverträglich: Sorbit (E 420), Mannit (E421), Isomalt (E 953), Maltit (E 965), Lactit (E966), Xylit (E 967).

Zuckerarten, welche nicht vertragen werden, sind: Fructose (Fruchtzucker), Fructose-Glucose-Sirup, Zuckeraustauschstoff, Haushaltszucker (Saccharose), Honig, Rohrzucker, Invertzucker, Maisstärke, Dicksaft.

Genauso sind zuckerfreie Lebensmittel (künstliche) und Light-Produkte eher nicht geeignet, da diese häufig Sorbit oder andere Zuckeralkohole enthalten.
Zum Süßen sind gut geeignet: Traubenzucker, Lactose, Maltose, Reissirup, Saccharin und Dextrose.

Zusatzstoffe

Auch Verdickungsmittel wie Carrageen und Johannisbrotkernmehl können zu Unverträglichkeitsreaktionen führen und sollten daher vermieden werden.
Besonders industriell hergestellte Produkte (Müsli, Brot, Limonaden, Gebäck, Fruchtjoghurt, Aufschnitt, Cerealien, Nahrungsergänzungsmittel) enthalten häufig einen hohen Anteil an Zuckeralkoholen, Zucker, Verdickungsmitteln und unverträglichen Geschmacksverstärkern.

Blähende Lebensmittel

Blähende Lebensmittel sind vor allem unverdauliche Ballaststoffe wie aus Hülsenfrüchten und Kohlgemüse, aber auch Zwiebel, Lauch, Knoblauch. Diese sollten während der Testphase vermieden werden, um Symptome nicht zu verfälschen und damit der Darm sich beruhigen kann.

Fermentierte Lebensmittel

Fermentierte Lebensmittel sorgen für einen besseren Aufbau der Darmflora und somit für die Erholung des Darms, was wiederum eine verbesserte Verdauung als Folge hat. Ein Probiotikum (Bakterien) kann den Aufbau verbessern.

Mikronährstoffe

Bei einer bestehenden Fructosemalabsorption kann es zum Mangel von verschiedenen Mineralstoffen und Vitaminen kommen, vor allem von Folsäure und Zink. Dieser entsteht durch die ständige Fructosebelastung, wodurch die Aufnahme verschiedener Nährstoffe nicht ausreichend stattfinden kann. Deshalb sollte in der Testphase auf ein Auffüllen der Zink- und Folsäurespeicher geachtet werden. Zink unterstützt zudem die Regeneration des Darms.

Ein Mann und eine Frau schneiden Gemüse in der Küche.

2. Testphase: Fructosearme Ernährung testen

In dieser Phase (6-8 Wochen) werden schrittweise fructosehaltige Lebensmittel hinzugefügt und langsam die Menge gesteigert, wodurch die individuelle Toleranzschwelle bestimmt und die Nahrungsmittelauswahl optimal erweitert wird.

Die gleichzeitige Aufnahme von Proteinen oder Fetten zusammen mit Fructose verlangsamt die Aufnahme von Fructose vom Darm ins Blut, wodurch weniger Transporterkapazität benötigt wird. Zusätzlich führt eine ausreichende Eiweißzufuhr zu einer vermehrten Bildung des Transporters GLUT-5. Beide Nährstoffe verbessern die Verträglichkeit der Fructose.

Um mit einer geringeren Transporterkapazität auszukommen, ist es sinnvoll kleine Portionen über den Tag verteilt zu konsumieren.

Traubenzucker (Glucose) kann die Aktivierung des Fructose-Transportproteins GLUT-5 verbessern, denn der Glucosetransport (GLUT-2) nimmt Fructose als Cotransport mit ins Blut. Die Verträglichkeit verbessert sich durch die Kombination von Glucose mit fruchtzuckerhaltigen Lebensmitteln oder Lebensmitteln mit einem günstigen Verhältnis von Glucose und Fructose.

3. Dauerernährung: Was Sie bei Fructoseintoleranz langfristig essen können

Die Dauerernährung ist die langfristige, bedarfsdeckende und an die individuelle Verträglichkeit angepasste Ernährung.

Durch Enzympräparate kann diese Ernährung unterstützt werden.
Es gibt eine Reihe von speziellen Enzympräparaten, welche die Verträglichkeit von Fructose verbessern können. Diese Präparate enthalten das Enzym Xylose-Isomerase und können im Darm überschüssige Fructose abbauen und in resorbierbare Glucose umwandeln. Dadurch gelangt weniger Fruchtzucker in den Dickdarm.

Diese Präparate sollten einige Minuten vor dem Essen eingenommen werden. Um Symptome zu vermeiden, muss die Dosierung an die individuelle Verträglichkeit von Fructose und die Menge im Lebensmittel angepasst sein. Dies ist jedoch schwer einzuschätzen, was eine Symptomfreiheit nicht immer gewährleistet. Solche Präparate sind nicht für die Dauerernährung geeignet und sollten nur in Ausnahmesituationen genutzt werden.

Mit Fruktoseintoleranz leben: Beschwerdefrei werden!

Mit einer fruktosearmen Ernährung können Sie Symptome im Alltag vermeiden. Eine Ernährungstherapie kann dabei helfen, die eigene Verträglichkeitsgrenze herauszufinden und die Ernährung daran anzupassen. So steigern Sie innerhalb kurzer Zeit Ihr Wohlbefinden!

Mehrere Menschen sitzen in geselliger Runde bei Kaffee und Tee zusammen.

Quellen:

  • Vogelreuter, Dr. Axel (2015): Nahrungsmittelunverträglichkeiten -Laktose, Fruktose, Histamin, Gluten. Stuttgart: S.Hirzel Verlag
  • https://fet-ev.eu/fruktoseintoleranzen-ernaehrungstherapie/

Wissen: Ratgeberbeiträge von Stephanie Hartlieb

  • Fructoseintoleranz: Symptome und Test

    Bei einer Fructoseintoleranz bzw. Fructosemalabsorption ist die Aufnahme von Fructose (Fruchtzucker) in den Dünndarm gestört. Das sorgt bei Betroffenen für unangenehme Symptome. Eine Fructoseintoleranz wird durch einen einfachen Test festgestellt.