Ernährung bei Schuppenflechte: So wirksam ist eine antientzündliche Ernährung
Mit der richtigen Ernährung können Symptome von Schuppenflechte gut gelindert werden. Entscheidend ist eine Ernährungsweise, die Entzündungen verringert. Dadurch können Betroffene ihr Wohlbefinden deutlich verbessern.

Was ist Schuppenflechte?
Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine entzündliche Hauterkrankung, die sich in erster Linie durch rötliche, schuppende Hautareale bemerkbar macht, die jucken können. Typische betroffene Körperstellen von Schuppenflechte sind Ellenbogen, Knie, Kopfhaut, Fußsohlen und Handflächen, doch auch andere Bereiche können betroffen sein.
Schätzungsweise 2-3 % der deutschen Bevölkerung haben Schuppenflechte. Sie gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen.
Ursachen einer Schuppenflechte
In der obersten Hautschicht (Epidermis) wandern sich teilende Hautzellen an die Oberfläche und verhornen. Diese werden dann als tote Zellen abgestoßen. Dieser Prozess dauert normalerweise ca. 4 Wochen.
Bei Schuppenflechte teilen sich die Zellen um ein Vielfaches schneller, sodass dieser Prozess innerhalb von 4 Tagen stattfindet. Dadurch können tote Zellen nicht schnell genug abgestoßen werden und die Haut fängt an, zu schuppen. Ursache für die schnelle Zellteilung ist eine überschießende Immunreaktion. Immunzellen setzen entzündungsfördernde Botenstoffe frei, die Hautzellen zur Teilung anregen.
Die Erkrankung hat eine genetische Komponente. Kinder von Eltern mit Schuppenflechte haben ein erhöhtes Risiko für die Erkrankung. Das bedeutet aber nicht, dass sie zwangsläufig an Schuppenflechte erkranken.
Schuppenflechte diagnostizieren
Ein:e Hautarzt:Hautärztin erkennt Schuppenflechte in der Regel an den typischen Hautveränderungen. Sollte die Diagnose nicht eindeutig sein, führt der Arzt eine Biopsie durch. Dazu wird eine kleine Hautprobe entnommen und unter dem Mikroskop betrachtet.
Behandlung von Schuppenflechte
Schuppenflechte ist nicht heilbar, aber lässt sich gut unter Kontrolle bringen. Bei der Behandlung kommen Hautpflegeprodukte, Cremes mit Kortison und Vitamin D3-Analoga, pflanzliche Präparate sowie Lichttherapien zum Einsatz.
Auch die Ernährung spielt bei Schuppenflechte eine wichtige Rolle. Sie kann auch helfen, das Risiko für andere Erkrankungen zu reduzieren, mit der Schuppenflechte stark assoziiert ist. Dazu gehören beispielsweise Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.

Bedeutung der Ernährung bei Schuppenflechte
Die richtige Ernährung bei Schuppenflechte kann helfen, Entzündungen zu reduzieren. Dadurch kann man die Erkrankung in vielen Fällen gut in den Griff bekommen. Betroffene, die ihre Ernährung entsprechend umstellen, bemerken oft innerhalb kurzer Zeit eine Linderung ihrer Symptome. In einer Studie gaben sogar 88,37 % der Proband:innen an, dass sich in Folge einer Ernährungsumstellung ihre Symptome verbessert haben. Bei Übergewicht ist es wichtig, das Gewicht zu reduzieren. Dadurch können bei Schuppenflechte gute Erfolge erzielt werden.
Welche Ernährung ist bei Schuppenflechte geeignet?
Bei Schuppenflechte hat sich eine antientzündliche Ernährungsweise bewährt. Solch eine Ernährung ist an die mediterrane Ernährung angelehnt. Sie ist reich an Gemüse und Ballaststoffen, Fisch, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen. Der Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch ist hingegen gering. Bei Milchprodukten werden fermentierte Produkte wie Joghurt und Kefir bevorzugt.
Oftmals wird bei Schuppenflechte der Verzicht auf Gluten empfohlen. Tatsächlich haben Personen mit Schuppenflechte ein erhöhtes Risiko für Zöliakie. In dem Fall kann eine glutenfreie Ernährung die Symptome lindern. Ansonsten ist es nicht sinnvoll, auf Gluten zu verzichten. Allerdings sollte auf Vollkorn statt auf Weißmehl gesetzt werden.
10 Ernährungstipps bei Schuppenflechte
Mit den nachfolgenden 10 Ernährungstipps bei Schuppenflechte können Sie Ihre Ernährung im Alltag optimal umsetzen. Ein individuell abgestimmter Ernährungsplan bei Schuppenflechte unterstützt Sie dabei, langfristig von den positiven Effekten zu profitieren.
Reduzieren Sie Zucker
Zu viel Zucker in der Ernährung fördert Entzündungen und kann damit die Schuppenflechte negativ beeinflussen. Zucker befindet sich nicht nur in Süßigkeiten, sondern auch in Fertigsoßen und anderen Fertiggerichten. Auch Softdrinks und Fruchtsäfte enthalten sehr viel Zucker. Obst in ganzer Form ist in Maßen (1-2 Handvoll täglich) in Ordnung.
Meiden Sie Fertiggerichte
Fast Food und Fertiggerichte bestehen fast immer zu einem Großteil aus Weißmehl und enthalten viel Zucker und ungesunde Fette, die Entzündungen fördern.
Außerdem verleiten Fertiggerichte zum Überessen und erschweren so eine Gewichtsabnahme erheblich.
Bauen Sie mehr Ballaststoffe in die Ernährung ein
Obst, Gemüse, Pilze, Vollkorngetreide, Nüsse und Samen sind gute Quellen für Ballaststoffe. Besonders reich an Ballaststoffen sind auch Leinsamen, Chiasamen und Haferkleie.
Setzen Sie auf Farbe
Eine bunte, abwechslungsreiche Ernährung steckt voller Antioxidantien und hilft, Entzündungen zu reduzieren. Sorgen Sie auf Ihrem Teller also für bunte Farben.
Konsumieren Sie probiotische Lebensmittel
Eine gesunde Darmflora ist bei Schuppenflechte von Bedeutung. Sie können Ihre Darmflora verbessern, indem Sie regelmäßig probiotische Lebensmittel konsumieren. Das sind Lebensmittel, die Milchsäurebakterien und andere Bakterienstämme enthalten.
Fermentiertes Gemüse wie frisches Sauerkraut oder Kimchi ist sehr reich an probiotischen Bakterien. Aber auch Kefir und Naturjoghurt sind eine sehr gute Wahl.
Meiden Sie rotes Fleisch und Wurst
Rotes Fleisch und verarbeitetes Fleisch wie Wurst, Salami, Schinken und Speck sollten Sie meiden, da es Entzündungen fördern kann.
Achten Sie auf ausreichend Omega-3
Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend. Versuchen Sie, mindestens 1–2-mal pro Woche Fisch wie etwa Makrele zu essen. Auch Leinöl, Hanföl, Leinsamen und Walnüsse sind gute Quellen für Omega-3.
Verwenden Sie gesunde Fette und Öle in der Küche
Bei Schuppenflechte werden gesunde Fette wie Olivenöl, Leinöl, Hanföl, Walnussöl, Rapsöl und Weizenkeimöl empfohlen.
Meiden Sie stark gewürzte Speisen
Schärfe kann Schuppenflechte triggern. Seien Sie deswegen vorsichtig mit scharfen Gewürzen wie Pfeffer und Chili.
Minimieren Sie Alkohol
Begrenzen Sie Alkohol auf 1-2 Gläser pro Woche oder verzichten Sie nach Möglichkeit ganz darauf.

Reisbowl mit Gemüse und Lachs
Zutaten für 2 Personen:
100 g Vollkornreis
200 g Lachsfilet
1 Karotte
1 kleine Zucchini
50 g frischer Spinat
100 g Brokkoli
1 EL Leinsamen
2 EL Olivenöl
1 EL Zitronensaft
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Kurkuma
Salz & Pfeffer
1 Handvoll frische Kräuter, z. B. Petersilie, Dill und Basilikum
Zubereitung:
- 200 ml Wasser zum Reis geben und in einem Topf zum Kochen bringen. Dann bei niedriger Hitze ganz leicht köcheln lassen, bis das Wasser vollständig aufgenommen wurde. Gegen Ende regelmäßig umrühren, damit der Reis nicht anbrennt. Den Reis leicht salzen und beiseitestellen.
- Das Gemüse waschen. Die Zucchini in dünne Scheiben schneiden, die Karotte in feine Streifen schneiden und den Brokkoli in Röschen zerlegen.
- In einer Pfanne 1 EL Olivenöl erhitzen und das Gemüse für ca. 10 Minuten bei mittlerer Hitze anbraten, bis es weich, aber noch etwas bissfest ist.
- In einer separaten Pfanne das restliche Olivenöl erhitzen und den Lachs bei mittlerer Hitze von beiden Seiten braten, bis er gar ist.
- Den Lachs mit einer Gabel in mundgerechte Stücke zerteilen.
- Den Reis mit dem Gemüse und dem Lachs in einer Schüssel vermengen. Mit Salz, Pfeffer, Kurkuma und dem Kreuzkümmel würzen. Mit den Leinsamen bestreuen und dem Zitronensaft beträufeln. Zum Schluss auf 2 Portionen aufteilen und mit den frischen Kräutern garnieren.
Guten Appetit!

Endlich wieder schuppenfreie Haut!: Ernährungsumstellung meistern
Die Ernährungstipps scheinen auf den ersten Blick leicht umsetzbar. Im Alltag ist es dann aber oft doch nicht so einfach, die Empfehlungen dauerhaft beizubehalten. Unsere Fachkräfte helfen Ihnen dabei, die ausgewogene Ernährung dauerhaft beizubehalten, damit Sie sich wieder wohl in Ihrer Haut fühlen.
Worauf Sie bei Schuppenflechte sonst noch achten sollten
Neben der richtigen Ernährung bei Schuppenflechte spielen noch weitere Lebensstilfaktoren eine Rolle:
- Stress kann Schuppenflechte-Schübe triggern und verstärken.
- Rauchen kann die Erkrankung verschlimmern.
- Sonnenbrand, zu heißes Duschen, Chemikalien und Hautverletzungen gelten als Trigger für Schuppenflechte.
Rückfettende Cremes und Lotionen sowie Urea-haltige Pflegeprodukte können die Hautsymptome dagegen lindern.
Quellen:
Traupe PDmH. Schuppenflechte. Robert Koch-Institut, Statistisches Bundesamt; 2002.
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Schuppenflechte (Psoriasis). 2021 [zitiert 17. Januar 2025]. https://www.gesundheitsinformation.de/schuppenflechte-psoriasis.html
Universitäts Spital Zürich. Psoriasis (Schuppenflechte). 2024 [zitiert 17. Januar 2025]. https://www.usz.ch/krankheit/schuppenflechte/
Ko SH, Chi CC, Yeh ML, Wang SH, Tsai YS, Hsu MY. Lifestyle changes for treating psoriasis. Cochrane Database Syst Rev. 2019;7(7):CD011972.
Hawkins P, Earl K, Tektonidis TG, Fallaize R. The role of diet in the management of psoriasis: a scoping review. Nutr Res Rev. 2024;37(2):296-330.
Festugato M. Pilot study on which foods should be avoided by patients with psoriasis. An Bras Dermatol. 2011;86(6):1103-8.
Afifi L, Danesh MJ, Lee KM, Beroukhim K, Farahnik B, Ahn RS, et al. Dietary Behaviors in Psoriasis: Patient-Reported Outcomes from a U.S. National Survey. Dermatol Ther (Heidelb). 2017;7(2):227-42.
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