Keratosis pilaris – Kann die richtige Ernährung die Reibeisenhaut beeinflussen?
Keratosis pilaris, umgangssprachlich Reibeisenhaut, gehört zu den häufigsten gutartigen Hautveränderungen. Die typischen kleinen Pickelchen, meist an Oberarmen, Oberschenkeln oder im Gesicht, sind medizinisch harmlos, können das Hautbild jedoch sichtbar uneben erscheinen lassen. Etwa 40 % der Erwachsenen sind in ihrem Leben einmal davon betroffen. Viele Betroffene fragen sich: Warum bekomme ich Reibeisenhaut? Und vor allem: Was kann ich dagegen tun? Neben Pflegeprodukten rückt zunehmend die Frage in den Fokus, welchen Einfluss die Ernährung auf Keratosis pilaris haben kann.

Ursachen der Keratosis pilaris
Keratosis pilaris ist eine Verhornungsstörung der Haut. Dabei produzieren die Hautzellen übermäßig viel Keratin, ein Strukturprotein der Haut. Dieses lagert sich in den Haarfollikeln ab und verstopft deren Ausgänge. Gleichzeitig werden abgestorbene Hautzellen nicht ausreichend abgestoßen. Die Folge sind kleine, harte Erhebungen, die sich uneben anfühlen und oft gerötet sind.
Die wichtigste Ursache scheint oftmals eine genetische Veranlagung zu sein. Wer Reibeisenhaut in der Familie hat, entwickelt sie mit höherer Wahrscheinlichkeit selbst. Begünstigend wirken zudem trockene Haut, kalte Temperaturen und hormonelle Veränderungen. Entzündliche Prozesse können die Rötung verstärken, sind jedoch nicht die primäre Ursache. Mit der Zeit kann sich die Haut aber auch von alleine wieder verbessern.

Welche Rolle spielt die Ernährung bei Keratosis pilaris?
Keratosis pilaris entsteht nicht durch eine „falsche“ Ernährung. Zwar finden sich im Internet zahlreiche Erfahrungsberichte von Betroffenen, die von deutlichen Verbesserungen nach bestimmten Ernährungsumstellungen berichten, etwa durch den Verzicht auf Gluten, Milchprodukte, Öle oder Gewürze. Diese Berichte wirken oft plausibel, lassen sich wissenschaftlich jedoch bislang nicht belegen. Die Studienlage zu einem Zusammenhang mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist begrenzt, und es gibt keine Hinweise darauf, dass bestimmte Ernährungsformen – etwa eine glutenfreie Ernährung – für alle Betroffenen gleichermaßen wirksam sind.
Dennoch kann man mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichenden Zufuhr bestimmter Mikronährstoffe den Zustand der Haut spürbar verbessern. Die Haut ist auf eine kontinuierliche Versorgung mit Nährstoffen angewiesen, um die Zellteilung, Differenzierung und den natürlichen Abschuppungsprozess zu regulieren. Studien zeigen, dass bestimmte Nährstoffe direkt an der Gesundheit der Haut beteiligt sind. Eine unausgewogene Ernährung kann daher zu einem beeinträchtigten Hautbild beitragen.
Wichtige Nährstoffe für die Hautgesundheit
Besonders relevant im Zusammenhang mit der Hautgesundheit sind unter anderem Omega-3-Fettsäuren, Zink und die Vitamine A, D und E. Ein Mangel an diesen Nährstoffen kann bestehende Anzeichen für Keratosis pilaris zwar nicht verursachen, aber in der Theorie verstärken. In der Tabelle finden Sie eine Übersicht über deren Bedeutung für die Haut sowie Lebensmittel, in denen sie enthalten sind.
Nährstoff | Bedeutung für die Haut | Quellen |
|---|---|---|
Vitamin A / Beta-Carotin | Reguliert die Keratinisierung und die Reifung der Hautzellen | Karotten, Süßkartoffeln, Spinat, Grünkohl, Eigelb, Leber |
Omega-3-Fettsäuren | Wirken entzündungshemmend und stärken die Hautbarriere | Lachs, Makrele, Hering, Leinsamen, Walnüsse |
Zink | Unterstützt die Zellteilung und Hauterneuerung | Kürbiskerne, Haferflocken, Linsen, Nüsse, Käse |
Vitamin D | Beeinflusst die Teilung und Reifung von Hautzellen | Fettreicher Fisch, Eigelb, Milchprodukte |
Vitamin E | Wirkt antioxidativ und schützt vor Zellschäden | Weizenkeimöl, Mandeln, Haselnüsse, Avocado |
Ernährung als unterstützende Maßnahme
Eine hautfreundliche Ernährung kann helfen, entzündliche Prozesse zu reduzieren und die natürliche Abschuppung zu fördern. Empfehlenswert ist eine abwechslungsreiche, überwiegend unverarbeitete Kost mit Vollkornprodukten, viel Gemüse und Obst, hochwertigen Fetten und ausreichender Proteinversorgung. Stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker und Transfette stehen hingegen in Verdacht, entzündliche Prozesse zu fördern.
Wichtig bleibt eine realistische Erwartung: Ernährung kann Keratosis pilaris nicht heilen, aber sie kann das Hautbild sichtbar verbessern und Irritationen reduzieren.
Praktische Tipps für den Alltag
- Trinken Sie etwa 1,5 Liter Wasser oder ungesüßte Getränke pro Tag, um die Haut von innen zu unterstützen
- Achten Sie auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung, meiden Sie hochverarbeitete Lebensmittel
- Nutzen Sie feuchtigkeitsspendende, reizfreie Hautpflege
- Vermeiden Sie aggressive mechanische Peelings

Rezeptidee: Buddha Bowl mit Kichererbsen, Süßkartoffeln und Schwarzkohl
Zutaten (für 3 Personen)
Gemüse
2 EL Olivenöl
½ rote Zwiebel
2 kleine Süßkartoffeln
1 kleiner Brokkoli
2 große Handvoll Schwarz- oder Grünkohl
Gebratene Kichererbsen
1 EL Olivenöl
1 Dose Kichererbsen (425 g), abgetropft
1 TL Kreuzkümmel
¾ TL Knoblauchpulver
Salz und Pfeffer
¾ TL Chilipulver, optional
¼ TL Paprika, optional
½ TL Oregano, optional
¼ TL Kurkuma, optional
Tahini-Sauce
60 ml Tahini
1 EL Ahornsirup
½ Zitrone, gepresst
2-4 EL heißes Wasser
Zubereitung:
- Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Süßkartoffeln in dicke Scheiben und die rote Zwiebel in Spalten schneiden, auf ein Backblech legen, mit etwas Öl beträufeln und 10 Minuten backen.
- Brokkoli in Röschen teilen, dicke Stiele entfernen, zu den Süßkartoffeln geben, leicht ölen, salzen, pfeffern und weitere 8–10 Minuten backen. Grünkohl grob zerpflücken, dicke Stiele entfernen, kurz mitbacken und beiseitestellen.
- Kichererbsen abtropfen lassen, gut abspülen und trocken tupfen. Mit Gewürzen vermengen und in 1 EL Öl ca. 10 Minuten goldbraun anbraten, dabei häufig umrühren.
- Tahini, Ahornsirup und Zitronensaft verrühren, nach Bedarf heißes Wasser einrühren, bis die Sauce die gewünschte Konsistenz hat.
- Gemüse auf drei Schüsseln verteilen, Kichererbsen und Sauce daraufgeben. Optional Quinoa, Vollkornfladenbrot oder frisches Gemüse wie Avocado oder geriebene Rote Bete hinzufügen.
Guten Appetit!
Fazit: Ernährung bei Reibeisenhaut
Keratosis pilaris ist eine genetisch bedingte Verhornungsstörung der Haarfollikel, die häufig von alleine wieder verschwinden kann. Die richtige Ernährung ersetzt keine medizinische oder kosmetische Behandlung, kann jedoch eine wichtige unterstützende Rolle spielen. Eine ausgewogene Nährstoffzufuhr stärkt die Hautfunktion, kann die Reifung von Hautzellen positiv beeinflussen und langfristig zu einem glatteren Hautbild beitragen.
Gesunde Haut: Ausgewogene Ernährung
Gerne unterstützen wir Sie in Ihrem Vorhaben, die Hautfunktion durch eine ausgewogene Ernährung zu unterstützen.
Quellen:
Cleveland Clinic Health. Keratosis Pilaris. Cleveland Clinic; 2022 [zitiert 23.01.2026]. https://my.clevelandclinic.org/health/diseases/17758-keratosis-pilaris
Pennycook KB, McCready TA. Keratosis Pilaris. In: StatPearl. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2025 [zitiert 23.01.2026]. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK546708/
Sharma N, Chaudhary SM, Khungar N, Aulakh SK, Idris H, Singh A, et al. Dietary influences on skin health in common dermatological disorders. Cureus. 2024;16(2):e55282.
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Heseker H, Heseker B. Die Nährwerttabelle. 2. Auflage. Neustadt an der Weinstraße: Neuer Umschau Buchverlag; 2012.
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