Colitis ulcerosa: Die richtige Ernährung bei einem Schub

Eine verträgliche Ernährung bei Colitis ulcerosa ist wichtig, um den Darm zu schonen. Durch bestimmte Zubereitungsarten und Lebensmittel verbessern Sie Ihre Ernährung sowohl während eines Schubs von Colitis ulcerosa als auch während der Remissionsphase.

Autor:in: Stefanie Wienken

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Junge Frau steht in der Küche und schneidet Gemüse.

Ernährung bei Colitis ulcerosa – erlaubt ist, was guttut!

Die Ernährungsempfehlungen unterscheiden sich in den zwei Phasen der Erkrankung etwas. Ist der Stuhl nicht mehr häufiger als drei Mal täglich und liegt kein sichtbares Blut im Stuhl vor, spricht man von Remission.

Einige Vorgehensweisen gelten sowohl für die Ernährung bei einem akuten Colitis ulcerosa Schub als auch für die Remissionsphase. Individuelle Unverträglichkeiten sind zusätzlich zu beachten. Wichtig ist es, im wahrsten Sinne des Wortes auf seinen Bauch zu hören. Der Leitsatz „Nahrungsmittel und Zubereitungen, die Beschwerden auslösen, sollte man meiden“, hilft dabei.

Empfehlenswerte Zubereitungsarten unabhängig von der Phase

  • Dämpfen bevorzugen
  • Je feiner und wärmer, umso verträglicher
  • Nicht zu kalt, nicht zu warm
  • Nicht gebraten
  • Nicht überbacken
  • Nicht frittiert
  • Nicht zu fett
  • Nicht zu stark gewürzt
  • Nicht geräuchert
  • Nicht paniert
Junge Frau sitzt im Schneidersitz auf einem Sofa und isst etwas mit Gabel aus einer Schale.

Die richtige Ernährung bei Colitis ulcerosa: Hilfreiche Tipps zur Mahlzeitenzusammenstellung

Neben den Lebensmitteln an sich und der Zubereitungsart sind auch Nahrungsmittelkombinationen sowie die Mahlzeitenfrequenz und die Portionsgröße von Bedeutung für eine verträgliche Ernährung bei Colitis ulcerosa.

Eiweiß verlangsamt die Verdauung und erhöht dadurch oft die Verträglichkeit. Buttermilch mit Obst, Hülsenfrüchte mit Quark oder Gemüse mit Fisch wird meist gut vertragen.

Menschen mit Colitis ulcerosa profitieren in der Regel von einer Ernährung mit mehreren kleinen Mahlzeiten. Dabei sind Pausen zwischen den Mahlzeiten wichtig. Die Portionsgrößen sollen sattmachen, aber kein Völlegefühl hinterlassen. Abends tut es Betroffenen oft gut, die Portion etwas kleiner zu gestalten und eher auf eine leichte Kost, wie Suppen und warmes Gemüse mit Eiweiß, zu setzen.

Ein weiterer Tipp für eine schonende Ernährung bei Colitis ulcerosa ist, Trinken und Essen voneinander zu trennen, das heißt, eher zwischen den Mahlzeiten zu trinken. Eine angenehme Atmosphäre sowie Langsamkeit und Ruhe beim Essen beeinflussen die Nahrungsaufnahme positiv.

Therapie von Colitis ulcerosa: Weitere Schübe vermeiden!

Eine bedarfsgerechte, darmschonende Ernährung kann den Krankheitsverlauf bei Colitis ulcerosa positiv beeinflussen. Durch die richtige Lebensmittelauswahl reduzieren sich Schübe und Symptome. Unsere Fachkräfte helfen Ihnen gerne dabei, die verträglichste Ernährung für Sie zu finden.

Ausgewogene Mahlzeit aufgeteilt in vier Schalen zum Mitnehmen.

Was gilt es bei der Ernährung während eines akuten Colitis ulcerosa Schubs zu beachten?

Flüssigkeiten während eines Schubs

Mindestens 2-3 Liter pro Tag, stilles Wasser, ungesüßter Tee/Kaffee

Lebensmittel, die Sie in der Ernährung während eines Colitis ulcerosa-Schubs besser meiden

Kohlensäure, Alkohol, Zucker, Carrageen, Rohkost, Salate, Kohlarten, Pilze, Paprika, Lauch, Weizen, rohe Zwiebeln und Knoblauch (evtl. ganz unverträglich), scharfe Gewürze wie Chili, Curry, grobes Brot, wie Vollkornbrot mit Körnern, Kirschen, Pflaumen, Mirabellen, Zitrusfrüchte, Fast Food, stark verarbeitete Produkte, gezuckerte Getränke, Kartoffelchips o. Ä., Pommes o. Ä., Wurstwaren, fettes Fleisch

Lebensmittel, die Sie in der Ernährung während eines Colitis ulcerosa-Schubs bevorzugen sollten

Getreidebrei (zu Beginn Hafer- oder Reisschleim), feines Vollkorngetreide wie Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Naturreis, Pseudogetreide wie Amaranth, Quinoa, gedämpftes, evtl. püriertes Gemüse, Kräuter, Gewürze wie Anis, Fenchelsamen, Kurkuma, Kümmel, Kreuzkümmel, Kartoffeln, Nussmus, gedämpftes Obst, evtl. püriert, Sauermilchprodukte wie Buttermilch, Kefir, Naturjoghurt, Quark, Pflanzenöle (Leinöl, Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl), Pflanzenprodukte naturbelassen, Käse, Fisch, Eier (keine Spiegeleier), fettarmes Fleisch, bei Besserung Hülsenfrüchte (gut verträglich sind rote und gelbe Linse, Erbsen, Augenbohnen und oft auch Kichererbsen, v.a. in Form von Hummus)

Welche Lebensmittel sollten auch außerhalb eines Schubs von Colitis ulcerosa besser mit Vorsicht genossen werden?

Zu vermeidende Lebensmittel für die Remissionsphase:

Kohlensäurehaltige Getränke, Alkohol, Zucker, Carrageen, Weizen, rohe Zwiebeln und Knoblauch, Paprika, Schwarzwurzeln, scharfe Gewürze wie Chili, Curry, Fast Food, stark verarbeitete Produkte, gezuckerte Getränke Kartoffelchips o. Ä., Pommes o. Ä., Wurstwaren, fettes Fleisch

Weitere Ernährungsempfehlungen, die bei Colitis ulcerosa guttun können

  • Heidelbeermuttersaft
  • Flohsamen
  • Curcumin
  • Tee aus Blutwurz (Abkochung 1 TL, 5 Minuten ziehen lassen)
  • Tee aus Brombeerblätter (Aufguss 1 TL, 10-15 Minuten ziehen lassen)

Quellen:

  • Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) (2023) Aktualisierte S3-Leitlinie Colitis ulcerosa (Version 6.1) AWMF-Online NR: 021-009
  • Deutsche Morbus Chron/ Colitis Ulcerosa Vereinigung (DCCV) (2019) Bauchredner. Integrative Medizin bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. 137(2).
  • Manthey C.F., Reher D., Huber S. (2021) Was ist gesichert in der Therapie chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen. Internist (Berl). 2021; 62(12): 1269–1279
  • Vereine für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB) (2022) Colitis ulcerosa / Morbus Crohn. Url: https://www.ugb.de/exklusiv/ernaehrung-therapie/colitis-ulcerosa-morbus-crohn/?colitis-ulcerosa-morbus-crohn

Wissen: Ratgeberbeiträge von Stefanie Wienken

  • Colitis ulcerosa: Symptome und Diagnose

    Bei Colitis ulcerosa handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die ausschließlich den Dickdarm betrifft. Colitis ulcerosa verläuft meist in Schüben und ist therapierbar, aber nicht heilbar. Sie kann für Betroffene sehr belastend sein.