Wassereinlagerungen entgegenwirken mit gezielter Ernährung

Wassereinlagerungen treten im Alltag bei vielen Menschen auf – oft als geschwollene Beine, Hände oder ein unangenehm aufgedunsenes Gefühl. Sie können vorübergehend durch langes Sitzen, Hormonschwankungen, Hitze oder salzreiche Ernährung entstehen, aber auch im Zusammenhang mit Erkrankungen stehen. Dabei spielt neben Bewegung, Hormonen und medizinischen Ursachen vor allem die Ernährung eine große Rolle.

Autor:in: Linda William

Veröffentlicht: Zuletzt aktualisiert:
Ältere Frau sitzt mit Schmerzen im Bein / Knie auf der Bettkante.

Welche Symptome treten bei zu viel Wasser im Körper auf?

Etwa 60 % des Körpergewichts besteht aus Wasser. Dieses verteilt sich zwischen den Zellen, innerhalb der Zellen und in den Blutgefäßen, wo es zum Beispiel für den Transport von Nährstoffen benötigt wird. Normalerweise sorgt der Körper dafür, dass alles im Gleichgewicht bleibt.

Gelegentlich kann dieses Gleichgewicht aber gestört werden. Dann gelangt Wasser aus den Blutgefäßen ins Gewebe, wo es sich ansammelt – man spricht von Wasseransammlungen oder Ödemen. Typische Symptome sind:

  • Angeschwollene Füße, Knöchel, Hände oder Beine
  • Ein Spannungsgefühl oder Druck in der Haut
  • Abdrücke von Socken, Schuhen oder Ringen
  • Ein „schweres“ Gefühl in den betroffenen Körperbereichen
  • Manchmal geschwollene Augenlider oder ein aufgedunsenes Gesicht
  • Bei größeren Wassermengen: Gewichtszunahme oder geschwollener Bauch

Was hilft gegen Wassereinlagerungen?

Mit einer gezielten Auswahl an Lebensmitteln und einigen grundlegenden Lebensstilanpassungen lässt sich der Körper häufig dabei unterstützen, überschüssige Flüssigkeit besser auszuscheiden. Im Folgenden werden die wichtigsten Ernährungseinflüsse und alltagsnahen Maßnahmen zusammengefasst, um Wassereinlagerungen loszuwerden.

Bewegung und Atemübungen

Regelmäßige Bewegung zählt zu den wirksamsten Maßnahmen gegen Wassereinlagerungen. Durch die Aktivität der Muskulatur – vor allem in den Beinen – wird der venöse Blutfluss angeregt und die Lymphflüssigkeit kann besser abtransportiert werden. Bereits alltägliche Bewegungen, wie spazieren gehen oder Treppen steigen, aber auch Schwimmen, Radfahren oder moderates Krafttraining zeigen Wirkung.

Auch Atemübungen können unterstützen. Eine ruhige, tiefe Atmung verbessert den Lymphfluss. Gleichzeitig baut bewusste Atmung Stress ab – Stress kann über hormonelle Mechanismen ebenfalls Wassereinlagerungen begünstigen.

Salz reduzieren

Salz bindet Wasser. Eine sehr salzhaltige Ernährung – vor allem durch verarbeitete Lebensmittel – kann Schwellungen verstärken. Beim Kochen lässt sich der Salzgehalt leicht senken, indem mehr Kräuter und Gewürze genutzt werden. Sie geben Geschmack, ohne zusätzliche Flüssigkeit zu binden.

Ausreichend Trinken

Wer zu wenig trinkt, signalisiert dem Körper Flüssigkeit zu sparen – dadurch werden Wassereinlagerungen eher verstärkt. Als Richtwert gelten ca. 30 ml pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag.

Mehrere Kräutertees können den natürlichen Flüssigkeitsaustausch unterstützen und helfen beim Entwässern. Dazu gehören:

  • Brennnesseltee
    Wirkt harntreibend und unterstützt die Nieren dabei, überschüssige Flüssigkeit auszuscheiden.
  • Matetee
    Enthält anregende Pflanzenstoffe, die den Stoffwechsel aktivieren und entwässernd wirken.
  • Grüner Tee
    Enthält natürliche Pflanzenstoffe, die entzündliche Prozesse im Körper beruhigen können. Dies kann besonders bei Wassereinlagerungen hilfreich sein, welche hormonell-, stress- oder ernährungsbedingt sind.

Wenn es schwerfällt, genug zu trinken, können Lebensmittel mit einem hohen Wassergehalt helfen. Besonders gut geeignet sind Gurke, Wassermelone, Zucchini, Tomaten, Erdbeeren, Orangen und Sellerie.

Eine Frau steht lächelnd in der Küche und hält ein Smartphone sowie eine Tasse Tee in ihren Händen.

Was sollte man bei Wassereinlagerungen nicht essen?

Es gibt einige Lebensmittel und Lebensmittelgruppen, die Wassereinlagerungen begünstigen können:

  • Salzreiche Fertigprodukte und Fast Food
    Fertigprodukte sowie Fast Food enthalten meist sehr viel Salz und Zusatzstoffe, welche Wasser im Gewebe binden.
  • Wurstwaren und Käse und gesalzene Snacks
    Oft stark gesalzen und damit förderlich für die Entstehung von Wassereinlagerungen.
  • Backwaren und Fertigsoßen
    Versteckte Salzquellen, die man leicht unterschätzt.
  • Zuckerreiche Lebensmittel
    Ein hoher Zuckergehalt fördert Entzündungen, Blutzuckerschwankungen und damit Wassereinlagerungen.
  • Alkohol
    Führt erst zur Dehydration und dann zu verstärkter Wassereinlagerung, besonders in Gesicht und Händen.

Quellen:

Adam O. Ernährung als Pfeiler der Therapie: Ernährungstherapie bei rheumatoider Arthritis und anderen Autoimmunerkrankungen. Schweizer Zeitschrift für Ernährungsmedizin. 2023;03/2023.

Schlieper CA. Grundfragen der Ernährung. 19. Auflage. Hamburg: Verlag Handwerk und Technik; 2019.

S2k Leitlinie Diagnostik und Therapie der Lymphödeme. AWMF Reg.-Nr. 058-001. 2017 [zitiert 30.11.2025]. https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/058-001.html

Wissen: Ähnliche Beiträge

  • Kein Hungergefühl? Ursachen und Behandlung bei Appetitlosigkeit

    Appetitlosigkeit (Inappetenz) betrifft sehr viele Menschen und ist weit mehr als bloßes Desinteresse am Essen – sie kann ein Symptom für eine ernsthafte Erkrankung sein und birgt große gesundheitliche Risiken. Dahinter stecken komplexe Wechselwirkungen aus körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren, die den natürlichen Hungermechanismus aus dem Gleichgewicht bringen. Wer die…

  • Ernährung bei Östrogenmangel – So unterstützen Sie den Hormonhaushalt

    Ein Östrogenmangel kann sich auf vielfältige Weise bemerkbar machen. Neben hormonellen Veränderungen im Lebensverlauf spielen auch Ernährung, Darmgesundheit und Lebensstil eine entscheidende Rolle für den Hormonhaushalt. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie Ihren Östrogenspiegel auf natürliche Weise unterstützen können und welche Lebensstilfaktoren zu einer stabilen hormonellen Balance beitragen.

  • Mit hormonfreundlicher Ernährung die Hormonbalance unterstützen

    Hormone steuern nahezu jeden Prozess im Körper – von Stimmung und Stoffwechsel bis zu Fruchtbarkeit und Schlaf. Gerät der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht, kann das Beschwerden wie Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme oder Zyklusstörungen verursachen. Eine gezielte, hormonfreundliche Ernährung und ein gesundes Körpergewicht können helfen, diese Balance wiederherzustellen oder zu stabilisieren –…

  • Glykämischer Index: Wie hilfreich ist die Glyx-Diät wirklich?

    Insbesondere Menschen mit Diabetes versuchen ihre Ernährung nach dem glykämischen Index auszurichten, um ihren Blutzucker zu kontrollieren. Ist der glykämische Index ein nützliches Hilfsmittel für alle? Was genau sagt er aus? Welche Lebensmittel weisen einen hohen oder niedrigen glykämischen Index auf und worin besteht der Unterschied zur glykämischen Last? In…

  • Gesunder Zuckerersatz – Gibt es empfehlenswerte Süßungsmittel und Zuckeralternativen?

    Auf den süßen Geschmack von Zucker möchte kaum jemand verzichten, denn er versüßt vielen den Alltag und macht besondere Anlässe noch angenehmer. Teils reißerische Titel in den Medien wie „Droge Zucker“ oder „Zuckersucht“ deuten jedoch auf mögliche Gefahren der süßen Versuchung hin. Daher suchen viele Menschen nach gesundem Zuckerersatz. Auf…

  • Angepasste Ernährung als Unterstützung bei Long COVID

    Long COVID beschreibt anhaltende oder neu auftretende Beschwerden nach überstandener COVID-19-Infektion. Viele Betroffene mit dieser Erkrankung berichten noch Monate später über chronische Erschöpfung (Fatigue), Konzentrationsstörungen („brain fog“), Atemnot, Geruchs- und Geschmacksstörungen oder Muskelschmerzen. Eine ursächliche Therapie gibt es bislang nicht – umso wichtiger ist es, unterstützende Maßnahmen zu kennen. Eine…

  • Ernährungstagebuch richtig führen – Praktische Vorlage & hilfreiche Tipps

    Ein Ernährungstagebuch dient dazu, das Essverhalten zu dokumentieren. Es hilft, den Istzustand zu erfassen und zu analysieren. Auf dieser Grundlage kann dann entschieden werden, ob und inwiefern die Ernährung umgestellt werden sollte.

  • Tipps für eine antientzündliche Ernährung

    Ein ungesunder Lebensstil sowie eine unausgewogene Ernährung in Verbindung mit überschüssigem viszeralem Bauchfett können stille Entzündungen im Körper begünstigen. Diese lassen sich mit einer antientzündlichen Ernährung langfristig bekämpfen. Wichtig ist vor allem die Vermeidung von entzündungsfördernden Lebensmitteln.

  • Ernährung bei Haarausfall: Die Bedeutung von Antioxidantien

    Haarausfall und damit verbundenes dünner werdendes Haar kann sowohl für Männer als auch für Frauen eine große psychische Belastung darstellen. Täglich Haare zu verlieren, ist nicht ungewöhnlich: 50-100 Haare gelten als normal. Wenn über einen längeren Zeitraum mehr als 100 Haare täglich ausfallen, spricht man von Haarausfall. Haarausfall kann viele…

  • So funktioniert cholesterinarme Ernährung

    Zu hohe Cholesterinwerte erhöhen langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine cholesterinarme Ernährung kann dabei helfen, die Blutwerte zu verbessern. Schon durch die richtige Lebensmittelwahl können Sie das Cholesterin senken – ganz ohne Medikamente.

  • Zu hohes Cholesterin: Ursache und Therapie

    Grundsätzlich erfüllt Cholesterin einige wichtige Aufgaben in unserem Körper. Zu hohe Cholesterinwerte wirken sich langfristig jedoch negativ auf die Gesundheit aus und erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Daher ist es wichtig, sich über die Ursachen von hohem Cholesterin bewusst zu sein und die richtige Therapie zu wählen.

  • Erhöhten Blutzucker durch Ernährung senken

    Eine angepasste Ernährung kann dabei helfen, erhöhten Blutzucker langfristig zu senken. Die richtige Auswahl an Lebensmitteln, die den Blutzuckerspiegel stabil halten, reduziert das Risiko für Folgeerkrankungen. Besonders die Gruppe der Kohlenhydrate spielt eine Schlüsselrolle in der Ernährung bei hohem Blutzucker.

  • Fettstoffwechselstörungen mit Ernährung entgegenwirken

    Bei Fettstoffwechselstörungen (Hyperlipidämie und Hyperlipoproteinämie) gilt es, die Blutfette bzw. das Cholesterin im Blut zu senken. Dies kann durch eine angepasste Ernährung erreicht werden. Wichtig ist, zu wissen, welche Lebensmittel Sie bedenkenlos essen können, um Ihre Gesundheit zu fördern.

  • Fettstoffwechselstörungen erkennen und behandeln

    Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämie) können in zwei verschiedenen Formen auftreten: Die Hyperlipidämie oder die Hyperlipoproteinämie, die jeweils durch Blutuntersuchungen erkannt werden. Beide Erkrankungen können durch unterschiedliche Behandlungen gelindert werden.

  • Wie Sie bei Übergewicht erfolgreich abnehmen

    Um bei Übergewicht und Adipositas nachhaltig abzunehmen, ist eine strukturierte Herangehensweise zielführend. Beispielsweise ein Ernährungstagebuch und ein gemeinsam erstellter Ernährungsplan können Sie dabei unterstützen, Übergewicht langsam und erfolgreich abbauen.

  • Übergewicht: Ab wann ist es Adipositas?

    Eine steigende Anzahl an Menschen ist in Deutschland übergewichtig und leidet somit an einem erhöhten Risiko für verschiedene Folgekrankheiten. Eine einfache Tabelle gibt Aufschluss darüber, ab wann man als übergewichtig gilt und ab wann von Adipositas gesprochen wird.

  • PCOS mit angepasster Ernährung begegnen

    Eine bedarfsgerechte Ernährung bei dem PCOS ist wichtig, um Ihren Hormonhaushalt und die Insulinresistenz unter Kontrolle zu bekommen. Auf diese Weise können Symptome und der Verlauf der Krankheit verbessert werden. Entscheidend ist das Wissen darüber, was Sie beim PCO-Syndrom essen sollten.

  • PCOS: Die Krankheit, ihre Symptome und Behandlung

    Das polyzystische Ovarialsyndrom, kurz PCOS, ist eine Hormon- und Stoffwechselstörung bei Frauen. Die Symptome des PCOS sind für Betroffene psychisch belastend und können gesundheitliche Folgen haben. Die richtige Behandlung des PCOS mit und ohne Medikamente ist deshalb sehr wichtig.

  • Wie entsteht Diabetes?

    Typ-1- und Typ-2-Diabetes liegen unterschiedliche Ursachen zu Grunde. Beiden Diabetesformen gemeinsam ist die nachlassende Insulinproduktion, allerdings in sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit.

  • Die richtige Ernährung bei Diabetes mellitus

    Mit der richtigen Ernährung bei Diabetes mellitus können Betroffene ihre Blutzuckerwerte stabil halten und Symptome vermeiden. Die wichtigste Gruppe an Lebensmitteln für Diabetiker sind die Kohlenhydrate – hier gilt besondere Vorsicht.

  • Was ist Diabetes mellitus?

    Diabetes mellitus ist eine chronische Störung des Kohlenhydratstoffwechsels, die für erhöhte Blutzuckerwerte sorgt. Unterschieden wird zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Besonders Typ-2-Diabetes sollte an verschiedenen Anzeichen frühzeitig erkannt werden.

  • Gesunde Ernährung bei Herzinsuffizienz

    Eine ausgewogene Ernährung im Stil der Mittelmeerdiät kann als Therapie bei Herzschwäche eingesetzt werden. Eine Ernährung mit den richtigen Nährstoffen stärkt Ihr Herz, senkt die Risikofaktoren und lindert die Symptome der Herzinsuffizienz.

  • Herzinsuffizienz: Einteilung, Ursache und Therapie

    Die Herzinsuffizienz wird in verschiedene Formen eingeteilt und kann auf vielfältige Ursachen zurückgehen. Eine individuelle Therapie ist bei Herzinsuffizienz unumgänglich, um die Lebenserwartung zu erhöhen.

  • Die richtige Ernährung bei Gicht (Hyperurikämie)

    Gicht wird durch einen zu hohen Harnsäurespiegel im Körper (Hyperurikämie) ausgelöst. Die richtige Ernährung bei Gicht kann dabei helfen, die erhöhten Harnsäurewerte zu senken und Gichtanfälle zu verringern oder vorzubeugen. Deshalb ist es wichtig zu wissen, was Sie bei Gicht essen sollten.

  • Gicht (Hyperurikämie): Symptome, Ursachen und Behandlung

    Die schmerzhafte Krankheit Gicht wird durch eine zu hohe Harnsäurekonzentration im Körper (Hyperurikämie) ausgelöst. Die Symptome der Gicht treten schubweise auf und können durch Ernährung und Medikamente gut unter Kontrolle gebracht werden.

  • Die richtige Ernährung bei Bluthochdruck

    Bei der Behandlung von Bluthochdruck spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle. Um Ihren Blutdruck zu senken, ist es deshalb sinnvoll zu wissen, was Sie essen und was Sie lieber vermeiden sollten.

  • Bluthochdruck: Das sind die Symptome

    Ist der Druck in den Blutgefäßen zu groß, spricht man von Bluthochdruck. Sowohl Männer als auch Frauen leiden unter den Symptomen oder sogar Folgeerkrankungen. Je nach Entstehungsursache kommen unterschiedliche Behandlungen für den Bluthochdruck in Frage.