Angepasste Ernährung als Unterstützung bei Long COVID

Long COVID beschreibt anhaltende oder neu auftretende Beschwerden nach überstandener COVID-19-Infektion. Viele Betroffene mit dieser Erkrankung berichten noch Monate später über chronische Erschöpfung (Fatigue), Konzentrationsstörungen („brain fog“), Atemnot, Geruchs- und Geschmacksstörungen oder Muskelschmerzen. Eine ursächliche Therapie gibt es bislang nicht – umso wichtiger ist es, unterstützende Maßnahmen zu kennen. Eine individuell angepasste Ernährung kann dabei helfen, den Heilungsprozess zu unterstützen und die Lebensqualität zu verbessern.

Autor:in: Lheanne Rehmet

Veröffentlicht: Zuletzt aktualisiert:
Müde erschöpfter Mann sitzt am Arbeitsplatz und kann sich nicht konzentrieren

Warum die Ernährung bei Long COVID eine Rolle spielt

Unsere Ernährung beeinflusst das Immunsystem, die Darmgesundheit, den Energiehaushalt und zahlreiche Stoffwechselprozesse. Bei Long COVID treten häufig chronische Entzündungen, Verdauungsprobleme und Nährstoffmängel auf. Eine gezielte Ernährungstherapie hat vielfältige Auswirkungen. Sie kann helfen, das Gleichgewicht im Körper zu stabilisieren und den Organismus mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen.

Herausforderungen bei Long COVID

Fatigue gehört zu den häufigsten Symptomen – sie erschwert selbst alltägliche Aufgaben wie das Kochen. Viele greifen daher auf einfache, aber nährstoffarme Optionen wie Butterbrote oder Tiefkühlpizzen zurück. Diese liefern zwar kurzfristig Energie, aber kaum Vitalstoffe. Zugleich steigt der Energie- und Nährstoffbedarf durch die anhaltenden Entzündungsprozesse und Regenerationsprozesse im Körper. Die Folge: Eine Dysbalance zwischen dem gestiegenen Bedarf und der tatsächlichen Nährstoffzufuhr.

Typische Risiken einer Mangelernährung bei Long COVID:

  • Eiweißmangel durch geringe Zufuhr
  • Mikronährstoffdefizite (z. B. Zink, Vitamin D, B-Vitamine, Eisen)
  • Verlust von Muskelmasse (Sarkopenie)
  • Ungleichgewicht im Darmmikrobiom
Frau am Laptop, die sich müde und unkonzentriert fühlt

Empfohlene Ernährung bei Long COVID

  • Entzündungshemmend essen
    Empfohlen wird eine mediterran orientierte Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, gesunden Fetten (z. B. Fisch, Nüssen, Leinöl) und wenig Zucker, Weißmehl und Alkohol. Diese unterstützt das Immunsystem und wirkt antientzündlich.
  • Ausreichend Eiweiß aufnehmen
    Eiweiß ist essenziell für die Muskelregeneration, das Immunsystem und die Wundheilung. Täglich sollten nach Bedarf 0,8-1,5 g Protein/kg Körpergewicht aufgenommen werden – über mageres Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Eier oder ggf. Eiweißshakes.
  • Darmgesundheit fördern
    Ein gesundes Mikrobiom unterstützt die Immunregulation. Ballaststoffe (z. B. aus Gemüse, Vollkorn) und probiotischen Lebensmitteln (z. B. Joghurt) sind empfehlenswert.
  • Energieangepasst essen
    Weniger Bewegung bedeutet oft einen geringeren Kalorienbedarf – gleichzeitig steigt das Risiko für einen Muskelabbau. Deshalb ist es wichtig, die Energiezufuhr individuell anzupassen und trotzdem eine eiweiß- und nährstoffreiche Kost sicherzustellen.
  • Einschränkungen gezielt einsetzen
    Eine unnötig eingeschränkte Lebensmittelauswahl erhöht das Risiko für eine Mangelernährung. Pauschale Verbote – z. B. durch Angst vor Unverträglichkeiten – sind nicht zielführend. Vermieden werden sollten große Mengen von Süßigkeiten, Weißmehl, Alkohol und ggf. Kaffee. Individuelle Unverträglichkeiten und Allergien sollten ärztlich abgeklärt und berücksichtigt werden. Eine gluten- oder histaminreduzierte Ernährung können ausprobiert werden.

zurück zu mehr Kraft und Wohlbefinden: Unterstützung bei Long COVID

Unsere qualifizierten Ernährungsberater:innen unterstützen Sie dabei, Ihre Ernährung gezielt an die Herausforderungen von Long COVID anzupassen.

Eine Beraterin ist mit einer Patientin/Klientin im Gespräch. Beraterin und Patientin/Klientin sitzen sich dabei gegenüber.

Alltagstipps für Long COVID Betroffene

Alltagstipps für Long COVID Betroffene

Herausforderung

Praktische Lösung

Fatigue beim Kochen

Vorkochen und einfrieren, Tiefkühl-Gemüse nutzen, Hinsetzen beim Vorbereiten, Hilfsmittel nutzen, Unterstützung suchen

Geringer Appetit

Kleine, nährstoffreiche Snacks über den Tag, appetitanregende Lebensmittel z. B. Zitronenscheiben im Wasser, Bitterstoffe

Konzentrationsprobleme

Essensplan schreiben, Einkaufsliste vorbereiten

Geschmacks- und Geruchsstörungen

Fokus auf Textur und bekannte Speisen, geruchsneutrale Speisen bevorzugen, ggf. durch Kräuter und Gewürze unterstützen

Nährstoffmangel

Blutwerte prüfen lassen, gezielt supplementieren

Überbackenes Ofengemüse mit Kartoffeln

Aktive Zubereitungszeit: ca. 20 Min.

Zutaten (für 2-3 Mahlzeiten)

1 Paprika
1 Zucchini
1 Aubergine
1 Zwiebel (klein)
1 Fenchel
10 Champignons
5 Kartoffeln (mittelgroß)
Olivenöl/Rapsöl
Salz, Pfeffer
Nach Bedarf Knoblauchzehe
Kräuter (Oregano)
Balsamico Essig
200 g Fetakäse/Mozzarella

Zubereitung:

  1. Den Ofen auf 200 °C vorheizen. Das Gemüse waschen. Den Strunk beim jeweiligen Gemüse entfernen und bei Bedarf schälen. Das Gemüse schneiden. Die Kartoffeln in ca. 2 cm große Würfel schneiden.
  2. Das Gemüse und die Kartoffeln auf ein Blech mit Backpapier geben.
  3. Aus Öl, Balsamico, Knoblauch (gepresst), Kräutern und Gewürzen eine Marinade mischen und über das Gemüse geben. Den Feta/Mozzarella darüber krümeln.
  4. Auf die mittlere Schiene im Ofen schieben und etwa 30 min backen, bis das Gemüse weich ist.

Tipp: Alternativ kann auch Thunfisch oder geräucherter Lachs über das Ofengemüse gegeben werden.

 

Guten Appetit!

Rezept zum Download

Quellen:

Gogoll C, Ankermann T, Behrends U, Berlit P, Brinkmann F, Häuser W, et al. Leitlinie „Long/Post-COVID-Syndrom“ für Betroffene, Angehörige, nahestehende und pflegende Personen. S1-Leitlinie Long-/Post-COVID Living Guideline der AWMF (Registernummer 020-027). [zitiert 18.06.2025]. https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/020-027.html

Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD). VDD-Praxisleitfaden Ernährungstherapie bei COVID-19. 2. Auflage. Essen: VDD; 2022 Dez.

Barrea L, Grant WB, Frias-Toral E, Vetrani C, Verde L, de Alteriis G, Docimo A, Savastano S, Colao A, Muscogiuri G. Dietary Recommendations for Post-COVID-19 Syndrome. Nutrients. 2022;14(6):1305. doi:10.3390/nu14061305

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  • Frühstück in der mediterranen Ernährung

    In der mediterranen Ernährung wird bereits zum Frühstück auf traditionelle, unverarbeitete Lebensmittel wie Gemüse, Öl und Kräuter gesetzt. Diese lassen sich einfach in unsere Art der Ernährung integrieren und liefern so bereits am Morgen wichtige Nährstoffe, Ballaststoffe und entzündungshemmende Eigenschaften.

  • So funktioniert die Mediterrane Ernährung

    Die traditionelle mediterrane Ernährung basiert auf viel Gemüse, Vollkornprodukten und Ölen. Somit ist sie reich an Ballaststoffen, gesunden Fetten und weiteren wichtigen Nährstoffen. Die mediterrane Kost entspricht deshalb dem Ideal für eine gesunde Diät und kann das Risiko für viele ernährungsmitbedingte Krankheiten reduzieren.

  • Gesundes Essen für die Arbeit zusammenstellen

    Das Essen für die Arbeit sollte gut geplant werden, um trotz Stress und Zeitdruck gesunde Optionen zur Hand zu haben. Durch eine gute Vorbereitung des Frühstücks und des Mittagessens kann eine gesunde Ernährung am Arbeitsplatz problemlos umgesetzt werden. Auch gesunde Snacks für die Arbeit sind möglich.

  • Ist Vollkorn gesund?

    Wird Getreide weniger stark verarbeitet, spricht man von Vollkorn. Da dabei mehr Nährstoffe erhalten bleiben, sind Vollkornprodukte sehr gesund. Beim Kauf von Mehlen und Brot sollte der tatsächliche Vollkorngehalt jedoch immer geprüft werden. Man sollte sich nicht von der Optik täuschen lassen.

  • Schmerzlindernde Ernährung bei Fibromyalgie

    Die chronische Erkrankung Fibromyalgie löst Schmerzen im gesamten Bewegungsapparat aus und ist nicht heilbar. Mit einer antientzündlichen Ernährung bei Fibromyalgie können die Schmerzen und Begleitbeschwerden jedoch gelindert werden. Ein Ernährungsplan mit geeigneten Lebensmitteln kann bei der Umsetzung helfen.

  • Essen vor dem Schlafen: Auswirkungen und Tipps

    Essen vor dem Schlafengehen kann die Schlafqualität stark beeinflussen. Besondere Auswirkung auf den Schlaf haben die Uhrzeit und die Zusammensetzung der letzten Mahlzeit. Schlafstörungen können jedoch mit einer ballaststoffreichen, tryptophan- und magnesiumhaltigen Ernährung vorgebeugt werden.

  • Wie gesund sind Fertigprodukte?

    Viele Fertiggerichte gelten als ungesund, da sie nur wenige Nährstoffe enthalten und oft versteckte Kalorien enthalten. Dennoch können manche Fertigprodukte neben ihren Nachteilen auch Vorteile im Alltag haben. Es bieten sich daher Kombinationen mit frischen Lebensmitteln an, um die Fertigprodukte etwas gesünder zu auf den Tisch zu bringen.

  • Erhöhten Blutzucker durch Ernährung senken

    Eine angepasste Ernährung kann dabei helfen, erhöhten Blutzucker langfristig zu senken. Die richtige Auswahl an Lebensmitteln, die den Blutzuckerspiegel stabil halten, reduziert das Risiko für Folgeerkrankungen. Besonders die Gruppe der Kohlenhydrate spielt eine Schlüsselrolle in der Ernährung bei hohem Blutzucker.

  • Wie Intervallfasten funktioniert und wirkt

    Intervallfasten ist eine Ernährungsweise mit festgelegten Fastenzeiten, die sich positiv auf die Gesundheit und Gewichtsabnahme auswirken kann. Um die passende Methode für sich selbst auszuwählen, ist es wichtig zu wissen, wie das Intervallfasten funktioniert und ab wann eine Wirkung eintritt.

  • So wichtig ist achtsames Essen

    Achtsames Essen soll allen Ablenkungen bei Mahlzeiten entgegenwirken und uns wieder das Genießen lehren. Das hat auch Vorteile für unsere Verdauung und unser Wohlbefinden. Mit ein paar einfachen Übungen lernen Sie, achtsam zu essen.

  • So gesund ist die Okinawa-Diät aus Japan

    Die japanische Ernährung zeichnet sich durch eine sehr pflanzenbasierte, abwechslungsreiche Küche aus. Die Okinawa-Diät gilt dabei als besonders gesund. Sie setzt sich aus einer Auswahl bestimmter Lebensmittel zusammen, die sich auch in Deutschland nachahmen lässt.

  • Fettstoffwechselstörungen mit Ernährung entgegenwirken

    Bei Fettstoffwechselstörungen (Hyperlipidämie und Hyperlipoproteinämie) gilt es, die Blutfette bzw. das Cholesterin im Blut zu senken. Dies kann durch eine angepasste Ernährung erreicht werden. Wichtig ist, zu wissen, welche Lebensmittel Sie bedenkenlos essen können, um Ihre Gesundheit zu fördern.

  • Fettstoffwechselstörungen erkennen und behandeln

    Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämie) können in zwei verschiedenen Formen auftreten: Die Hyperlipidämie oder die Hyperlipoproteinämie, die jeweils durch Blutuntersuchungen erkannt werden. Beide Erkrankungen können durch unterschiedliche Behandlungen gelindert werden.

  • Wie Sie bei Übergewicht erfolgreich abnehmen

    Um bei Übergewicht und Adipositas nachhaltig abzunehmen, ist eine strukturierte Herangehensweise zielführend. Beispielsweise ein Ernährungstagebuch und ein gemeinsam erstellter Ernährungsplan können Sie dabei unterstützen, Übergewicht langsam und erfolgreich abbauen.

  • Übergewicht: Ab wann ist es Adipositas?

    Eine steigende Anzahl an Menschen ist in Deutschland übergewichtig und leidet somit an einem erhöhten Risiko für verschiedene Folgekrankheiten. Eine einfache Tabelle gibt Aufschluss darüber, ab wann man als übergewichtig gilt und ab wann von Adipositas gesprochen wird.

  • PCOS mit angepasster Ernährung begegnen

    Eine bedarfsgerechte Ernährung bei dem PCOS ist wichtig, um Ihren Hormonhaushalt und die Insulinresistenz unter Kontrolle zu bekommen. Auf diese Weise können Symptome und der Verlauf der Krankheit verbessert werden. Entscheidend ist das Wissen darüber, was Sie beim PCO-Syndrom essen sollten.

  • PCOS: Die Krankheit, ihre Symptome und Behandlung

    Das polyzystische Ovarialsyndrom, kurz PCOS, ist eine Hormon- und Stoffwechselstörung bei Frauen. Die Symptome des PCOS sind für Betroffene psychisch belastend und können gesundheitliche Folgen haben. Die richtige Behandlung des PCOS mit und ohne Medikamente ist deshalb sehr wichtig.

  • Wie entsteht Diabetes?

    Typ-1- und Typ-2-Diabetes liegen unterschiedliche Ursachen zu Grunde. Beiden Diabetesformen gemeinsam ist die nachlassende Insulinproduktion, allerdings in sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit.

  • Die richtige Ernährung bei Diabetes mellitus

    Mit der richtigen Ernährung bei Diabetes mellitus können Betroffene ihre Blutzuckerwerte stabil halten und Symptome vermeiden. Die wichtigste Gruppe an Lebensmitteln für Diabetiker sind die Kohlenhydrate – hier gilt besondere Vorsicht.

  • Was ist Diabetes mellitus?

    Diabetes mellitus ist eine chronische Störung des Kohlenhydratstoffwechsels, die für erhöhte Blutzuckerwerte sorgt. Unterschieden wird zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Besonders Typ-2-Diabetes sollte an verschiedenen Anzeichen frühzeitig erkannt werden.

  • Die richtige Ernährung bei Gicht (Hyperurikämie)

    Gicht wird durch einen zu hohen Harnsäurespiegel im Körper (Hyperurikämie) ausgelöst. Die richtige Ernährung bei Gicht kann dabei helfen, die erhöhten Harnsäurewerte zu senken und Gichtanfälle zu verringern oder vorzubeugen. Deshalb ist es wichtig zu wissen, was Sie bei Gicht essen sollten.

  • Gicht (Hyperurikämie): Symptome, Ursachen und Behandlung

    Die schmerzhafte Krankheit Gicht wird durch eine zu hohe Harnsäurekonzentration im Körper (Hyperurikämie) ausgelöst. Die Symptome der Gicht treten schubweise auf und können durch Ernährung und Medikamente gut unter Kontrolle gebracht werden.