Angepasste Ernährung als Unterstützung bei Long COVID
Long COVID beschreibt anhaltende oder neu auftretende Beschwerden nach überstandener COVID-19-Infektion. Viele Betroffene mit dieser Erkrankung berichten noch Monate später über chronische Erschöpfung (Fatigue), Konzentrationsstörungen („brain fog“), Atemnot, Geruchs- und Geschmacksstörungen oder Muskelschmerzen. Eine ursächliche Therapie gibt es bislang nicht – umso wichtiger ist es, unterstützende Maßnahmen zu kennen. Eine individuell angepasste Ernährung kann dabei helfen, den Heilungsprozess zu unterstützen und die Lebensqualität zu verbessern.

Warum die Ernährung bei Long COVID eine Rolle spielt
Unsere Ernährung beeinflusst das Immunsystem, die Darmgesundheit, den Energiehaushalt und zahlreiche Stoffwechselprozesse. Bei Long COVID treten häufig chronische Entzündungen, Verdauungsprobleme und Nährstoffmängel auf. Eine gezielte Ernährungstherapie hat vielfältige Auswirkungen. Sie kann helfen, das Gleichgewicht im Körper zu stabilisieren und den Organismus mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen.
Herausforderungen bei Long COVID
Fatigue gehört zu den häufigsten Symptomen – sie erschwert selbst alltägliche Aufgaben wie das Kochen. Viele greifen daher auf einfache, aber nährstoffarme Optionen wie Butterbrote oder Tiefkühlpizzen zurück. Diese liefern zwar kurzfristig Energie, aber kaum Vitalstoffe. Zugleich steigt der Energie- und Nährstoffbedarf durch die anhaltenden Entzündungsprozesse und Regenerationsprozesse im Körper. Die Folge: Eine Dysbalance zwischen dem gestiegenen Bedarf und der tatsächlichen Nährstoffzufuhr.
Typische Risiken einer Mangelernährung bei Long COVID:
- Eiweißmangel durch geringe Zufuhr
- Mikronährstoffdefizite (z. B. Zink, Vitamin D, B-Vitamine, Eisen)
- Verlust von Muskelmasse (Sarkopenie)
- Ungleichgewicht im Darmmikrobiom

Empfohlene Ernährung bei Long COVID
- Entzündungshemmend essen
Empfohlen wird eine mediterran orientierte Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, gesunden Fetten (z. B. Fisch, Nüssen, Leinöl) und wenig Zucker, Weißmehl und Alkohol. Diese unterstützt das Immunsystem und wirkt antientzündlich. - Ausreichend Eiweiß aufnehmen
Eiweiß ist essenziell für die Muskelregeneration, das Immunsystem und die Wundheilung. Täglich sollten nach Bedarf 0,8-1,5 g Protein/kg Körpergewicht aufgenommen werden – über mageres Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Eier oder ggf. Eiweißshakes. - Darmgesundheit fördern
Ein gesundes Mikrobiom unterstützt die Immunregulation. Ballaststoffe (z. B. aus Gemüse, Vollkorn) und probiotischen Lebensmitteln (z. B. Joghurt) sind empfehlenswert. - Energieangepasst essen
Weniger Bewegung bedeutet oft einen geringeren Kalorienbedarf – gleichzeitig steigt das Risiko für einen Muskelabbau. Deshalb ist es wichtig, die Energiezufuhr individuell anzupassen und trotzdem eine eiweiß- und nährstoffreiche Kost sicherzustellen. - Einschränkungen gezielt einsetzen
Eine unnötig eingeschränkte Lebensmittelauswahl erhöht das Risiko für eine Mangelernährung. Pauschale Verbote – z. B. durch Angst vor Unverträglichkeiten – sind nicht zielführend. Vermieden werden sollten große Mengen von Süßigkeiten, Weißmehl, Alkohol und ggf. Kaffee. Individuelle Unverträglichkeiten und Allergien sollten ärztlich abgeklärt und berücksichtigt werden. Eine gluten- oder histaminreduzierte Ernährung können ausprobiert werden.
zurück zu mehr Kraft und Wohlbefinden: Unterstützung bei Long COVID
Unsere qualifizierten Ernährungsberater:innen unterstützen Sie dabei, Ihre Ernährung gezielt an die Herausforderungen von Long COVID anzupassen.

Alltagstipps für Long COVID Betroffene
Herausforderung | Praktische Lösung |
|---|---|
Fatigue beim Kochen | Vorkochen und einfrieren, Tiefkühl-Gemüse nutzen, Hinsetzen beim Vorbereiten, Hilfsmittel nutzen, Unterstützung suchen |
Geringer Appetit | Kleine, nährstoffreiche Snacks über den Tag, appetitanregende Lebensmittel z. B. Zitronenscheiben im Wasser, Bitterstoffe |
Konzentrationsprobleme | Essensplan schreiben, Einkaufsliste vorbereiten |
Geschmacks- und Geruchsstörungen | Fokus auf Textur und bekannte Speisen, geruchsneutrale Speisen bevorzugen, ggf. durch Kräuter und Gewürze unterstützen |
Nährstoffmangel | Blutwerte prüfen lassen, gezielt supplementieren |
Überbackenes Ofengemüse mit Kartoffeln
Aktive Zubereitungszeit: ca. 20 Min.
Zutaten (für 2-3 Mahlzeiten)
1 Paprika
1 Zucchini
1 Aubergine
1 Zwiebel (klein)
1 Fenchel
10 Champignons
5 Kartoffeln (mittelgroß)
Olivenöl/Rapsöl
Salz, Pfeffer
Nach Bedarf Knoblauchzehe
Kräuter (Oregano)
Balsamico Essig
200 g Fetakäse/Mozzarella
Zubereitung:
- Den Ofen auf 200 °C vorheizen. Das Gemüse waschen. Den Strunk beim jeweiligen Gemüse entfernen und bei Bedarf schälen. Das Gemüse schneiden. Die Kartoffeln in ca. 2 cm große Würfel schneiden.
- Das Gemüse und die Kartoffeln auf ein Blech mit Backpapier geben.
- Aus Öl, Balsamico, Knoblauch (gepresst), Kräutern und Gewürzen eine Marinade mischen und über das Gemüse geben. Den Feta/Mozzarella darüber krümeln.
- Auf die mittlere Schiene im Ofen schieben und etwa 30 min backen, bis das Gemüse weich ist.
Tipp: Alternativ kann auch Thunfisch oder geräucherter Lachs über das Ofengemüse gegeben werden.
Guten Appetit!
Quellen:
Gogoll C, Ankermann T, Behrends U, Berlit P, Brinkmann F, Häuser W, et al. Leitlinie „Long/Post-COVID-Syndrom“ für Betroffene, Angehörige, nahestehende und pflegende Personen. S1-Leitlinie Long-/Post-COVID Living Guideline der AWMF (Registernummer 020-027). [zitiert 18.06.2025]. https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/020-027.html
Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD). VDD-Praxisleitfaden Ernährungstherapie bei COVID-19. 2. Auflage. Essen: VDD; 2022 Dez.
Barrea L, Grant WB, Frias-Toral E, Vetrani C, Verde L, de Alteriis G, Docimo A, Savastano S, Colao A, Muscogiuri G. Dietary Recommendations for Post-COVID-19 Syndrome. Nutrients. 2022;14(6):1305. doi:10.3390/nu14061305
